17:02 20 August 2018
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    Industrie 4.0: „Jenseits von Zeit und Raum“? – Die Arbeitswelt der Zukunft

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    Wirtschaft
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    Alexander Boos
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    Neue Arbeitswelt „Industrie 4.0“: Internet und soziale Medien haben schon längst berufliche Bedeutung erlangt. „Unternehmen, die mit dem Wandel nicht mitgehen, werden Fachkräfte verlieren oder einfach untergehen.“ Das sagt Lebensberater Robby Altwein gegenüber Sputnik. Eine Arbeitsgemeinschaft warnt vor „Burnout-Gefahr“ durch digitales Arbeiten.

    „Der wichtigste Grund für den Wandel der Arbeitswelt liegt in den starken technologischen Veränderungen, die sich in den letzten Jahrzehnten realisiert haben“, sagte Robby Altwein, Lebensberater und Coach auf Borkum, gegenüber Sputnik. „Hier ist vor allem das Internet zu nennen. Und auch die digitalen Medien. Diese durchdringen alle Lebensbereiche und verändern das Leben der Menschen nachhaltig.“ Auf das Thema hat der Life-Coach auch in einem aktuellen Video auf seinem YouTube-Kanal hingewiesen.

    Er sehe aktuell einen Trend, der noch weiter zunehmen werde. „Die Menschen wollen nicht mehr einfach nur arbeiten. Sondern sie wollen etwas Sinnvolles tun. Sie wollen einen sinnvollen Beitrag leisten.“ Insbesondere das Internet und die digitalen Errungenschaften erlauben, „dass jetzt jeder Mensch sein Ding machen kann. Durch das Internet und die sozialen Medien hat jeder jetzt die Chance, die Menschen da draußen zu erreichen. Ich glaube, je mehr Leute das begreifen werden, desto schneller und intensiver vollzieht sich der Wandel. Viele sprechen von der Industrie 4.0. Ich würde vielleicht sogar schon von der Industriellen Revolution 5.0 sprechen.“

    Wie sieht der Wandel aus?

    Die neue industrielle Revolution sei nämlich schon längst da. In den USA wird Altwein zufolge statistisch gesehen bald jeder Dritte selbständig sein. Dieser Trend komme bald auch nach Europa und Deutschland.

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    „Was jetzt stattfindet durch das Internet und durch die digitalen Medien, ist etwas, was so noch nie dagewesen ist. Wir befreien uns im wahrsten Sinne des Wortes von Zeit und Raum.“ Heutzutage sei es üblich, Webinare (also Online-Seminare) zu geben oder über selbständig produzierte Filme auf Video-Plattformen seine Inhalte ins weltweite Netz zu speisen. Diese Online-Angebote seien von Zeit und Raum unabhängig, da sie im Internet jederzeit überall abrufbar sind. „Das ist eine unglaubliche technische Revolution. Wer diesen technologischen Wandel nicht erkennt und nutzt, der wird mit der Zeit verschwinden.“

    Wie sollten Unternehmen reagieren?

    Wer den Bedürfnissen der Menschen in der heutigen Zeit nach schneller Verfügbarkeit nicht mehr Rechnung trage, der „wird Probleme bekommen“. Große, etablierte Unternehmen werden straucheln. Sie könnten Fachkräfte verlieren oder sogar wirtschaftlich untergehen, wenn sie mit dem Wandel nicht schritthalten. Der Arbeitnehmer habe zwei Vorteile durch digitalen Informationsaustausch: einen kürzeren Weg in die Selbständigkeit und Plattformen für das Vermarkten der eigenen Idee wie etwa Facebook, Twitter und Co. Außerdem könne sich der Arbeitnehmer im Netz auch schneller und einfacher über seinen nächsten möglichen Arbeitgeber informieren. „Wo finde ich jemanden, der es mir erlaubt, meine Wünsche im Beruflichen besser umsetzen können“, nannte Altwein eine immer häufiger gestellte Frage von Arbeitnehmern.

    Vor einigen Jahren sei der Automobilhersteller Daimler-Benz den Bedürfnissen seiner Angestellten entgegengekommen.

    „Der Konzern wollte damals mehr Heimarbeit – soweit es möglich ist – anbieten. Das müssen die großen Firmen berücksichtigen, wenn sie einfach ihre besten Kräfte behalten wollen. Nur wer auf die Bedürfnisse seiner Arbeitnehmer eingehen kann, wer das zu nutzen weiß und umsetzen kann, der wird dafür sorgen, dass er die besten Mitarbeiter behält. Es geht darum, das kreative Potential der Mitarbeiter zu nutzen. Ich glaube, es wird generell schon schwerer werden, für die großen Firmen, wenn sich dieser Wandel vollzieht. Wenn immer mehr Menschen sich selbst verwirklichen wollen.“

    Die Unternehmen müssten an diesem Punkt nachziehen. „Wer das Internet richtig erkennt, der wird der Gewinner von Morgen sein.“

    Überarbeitung durch Industrie 4.0?

    „Wir sind auf dem Weg in die Wissensgesellschaft und in eine digitale Ökonomie“, schreibt die gemeinnützige „Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung“ mit Sitz in Wiesbaden auf ihrer Internet-Seite Sozialpolitik.com. „Die digitale Vernetzung wirkt sich auf alle öffentlichen und privaten Lebensbereiche aus und damit auch auf die Arbeitswelt. Industrie 4.0 bezeichnet die internetgestützte hochautomatisierte und vernetzte Produktionsweise. Arbeit 4.0 umfasst alle Bereiche der Arbeitswelt. Es geht um die Frage, welche Auswirkungen die Digitalisierung hat und wie dieser Strukturwandel gestaltet werden kann.“

    Gleichzeitig mahnt die Arbeitsgemeinschaft auch einen Fakt an, vor dem auch viele Mediziner warnen. „Je mehr die Leistungsfähigkeit dank der digitalen Technik steigt, desto mehr Leistung wird auch von den Arbeitnehmern erwartet.“ Die Arbeit verdichte sich, es werde in Schichten rund um die Uhr gearbeitet. Das könne zu gesundheitlichen Problemen führen.

    Das Radio-Interview mit Robby Altwein zum Nachhören:

    Tags:
    Industrie 4.0, Soziale Medien, Netzwerk, Arbeitsmarkt, Computer, Industrie, Revolution, Facebook, Google
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