17:06 17 November 2018
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    Rohrlieferung nach Koverhar (Archivbild)

    Allen Protesten und Torpedierungsversuchen zum Trotz – Nord Stream 2 liegt im Plan

    © Foto: Nord Stream 2/ Axel Schmidt
    Wirtschaft
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    Andreas Peter
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    Der Streit in der EU um das Erdgas-Pipeline-Projekt Nord Stream 2 scheint derzeit etwas abgeflaut. Vielleicht hat das mit den Zugeständnissen in Richtung USA zu tun, die mit aller Gewalt ihre Überproduktion an teurem Flüssiggas aus ihrer umstrittenen Fracking-Produktion in den Markt drücken wollen. Den Baufirmen bei Nord Stream 2 ist das egal.

    Die Arbeiten für die neue Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 sind auf deutscher Seite in vollem Gang. Und das betrifft nicht nur das Verlegen der Rohre am Meeresboden. In Lubmin, etwa 20 Kilometer nordöstlich von Greifswald, direkt an der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern gelegen, sind Baufirmen damit beschäftigt, eine Anlandestation zu errichten. Denn im Lubminer Ortsteil Freesendorf wird auch der neue Versorgungsstrang für russisches Erdgas das deutsche Festland erreichen. Die Arbeiten für das Milliardenprojekt liegen weitgehend im Plan, wie Steffen Ebert, Berater der Firma Nord Stream 2, erklärt:

    „Nord Stream 2 Projekt ist eine Erdgaspipeline von Russland nach Deutschland über eine Länge von 1230 Kilometern. Wir bauen zwei Pipelinestränge. Die beginnen in Russland, gehen durch finnisches Gebiet, Schweden, Dänemark und Deutschland. Das sind auch die fünf Länder, von denen wir die Genehmigung benötigen. Aktuell haben wir Genehmigungen der Länder Deutschland, Schweden und Finnland. Bisher haben wir auch eine von zwei russischen Genehmigungen. Eine Genehmigung aus Dänemark fehlt noch aktuell.“

    Ebert erklärt auch noch einmal, warum Nord Stream 2 ein wirtschaftliches und kein politisches Projekt ist:

    „Studien haben ergeben, dass sich in den nächsten 20 bis 25 Jahren hier eine Versorgungslücke in Europa auftun wird von bis zu 120 Milliarden Kubikmetern pro Jahr. Das liegt daran, weil die Eigenförderung in Europa stark zurückgehen wird und auch der Import aus Norwegen langsam zurückgeschraubt wird, weil einfach die Ressourcen zuneige gehen. Und diese Lücke von 120 Milliarden Kubikmetern pro Jahr kann Nord Stream knapp zur Hälfte füllen. Das heißt, es ist genügend Platz für andere Lieferwege und auch andere Anbieter da. Zum Beispiel anderes Pipelinegas oder auch Flüssigerdgas aus Saudi-Arabien oder auch aus den USA.“

    Bei den Bauarbeiten bemühe man sich auch darum, das sensible Umfeld zu berücksichtigen, so Steffen Ebert:

    „Hier in Deutschland haben wir mit Erhalt der ersten Genehmigung, Ende Januar, mit den vorbereitenden Arbeiten für die spätere Pipelineverlegung begonnen. Das heißt, im Anlandebereich haben wir die Station vorbereitet, Betriebsgebäude, Fundamente, Wege und Straßen. Zudem haben wir einen Tunnel gebaut, der ermöglicht, die Pipeline von See aus in Richtung Land zu ziehen, ohne dass wir stärker in die Umwelt eingreifen müssen.“

    Denn Lubmin ist Seebad und die ganze Region lebt vom Tourismus. Irgendwelche Umweltkatastrophen kann und will sich hier erstens niemand vorstellen und zweitens kann sie sich niemand leisten. Allerdings existiert an dieser Stelle bereits die Anlandestation des ersten Stranges von Nord Stream. Bislang ohne Probleme. Und der Beliebtheit der Marina hat das Pipeline-Projekt auch nicht geschadet.

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    Tags:
    Baubeginn, Bauarbeiten, Gaspipeline, Nord Stream 2, Gazprom, Greifswalder Bucht, Mecklenburg-Vorpommern, Europa, Norwegen, Ostsee, Deutschland, Russland