19:33 11 Dezember 2018
SNA Radio
    Pfirsiche (Symbolbild)

    So wirken sich Russlands Sanktionen auf Spanien aus – Agrarexperte

    CC0 / Pixabay
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    162345

    Der Einfluss der Liefersperre, die Russland 2014 als Gegenmaßnahme mehreren westlichen Staaten auferlegt hat, ist in der spanischen Wirtschaft noch immer zu spüren. Dies teilte Jose Maria Pozancos, Generaldirektor des spanischen Verbandes der Obst- und Gemüsehersteller (Fepex), gegenüber Sputnik mit.

    „Die Wirkung der Sanktionen war sehr ernst, und man fühlt immer noch die Folgen. Russland ist ein Teil Europas, und es ist ein natürlicher Markt für die spanischen Obst- und Gemüseproduzenten, weil es sich um verderbliche Produkte handelt“, erklärte Pozancos.

    Er räumte ein, es sei den Herstellern jedoch gelungen, neue Märkte wie Brasilien und Kanada zu finden. Diese könnten aber nicht vollständig den russischen Markt ersetzen.

    Andere Sputnik-Artikel: Sanktionskrieg: Russland steigert Austernproduktion auf das 265-Fache>>>

    „Wir glauben nicht, dass es außerhalb Europas eine Alternative für Größe, Vielfalt und die Entwicklung der Logistik gibt, die mit ihm (dem russischen Markt – Anm. d. Red.) vergleichbar wäre“, sagte Pozancos.

    Laut Pozancos hatten Obstbauern die größten Schäden, weil zum Zeitpunkt der Verhängung der Sanktionen die Ernte von Steinfrüchten (z.B. Pfirsichen und Nektarinen) in vollem Gange gewesen sei. Die Höhe des Schadens konnte Pozancos allerdings nicht nennen.

    2014 hatte das spanische Landwirtschaftsministerium über einen Gesamtverlust von mindestens 340 Millionen Euro berichtet.

    Mehr zum Thema: Alljährliche Verluste des Westens durch Russlands Embargo beziffert>>>

    Am stärksten soll die russische Liefersperre die Hersteller von verderblichen Produkten betroffen haben: Nektarinen (70 Millionen Euro Verlust), Zitrusfrüchte (48 Millionen), Tomaten (40 Millionen), Dattelpflaumen (16 Millionen), Birnen (6,5 Millionen) Trauben (3 Millionen) und anderes Obst und Gemüse.

    Der tatsächliche Schaden war jedoch höher, weil Lieferungen nach Russland auch über Drittländer erfolgt waren.

    Russlands Botschafter in Spanien, Juri Kortschagin, behauptete, Spanien habe infolge der Anti-Russland-Sanktionen und der russischen Gegenmaßnahmen etwa 700 Millionen Euro verloren.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Sanktionspolitik, Markt, Verluste, Schaden, Export, Wirtschaft, Bauer, Gemüse, Obst, Lieferstopp, Sanktionen, Fepex, Jose Maria Pozancos, Spanien, Russland