09:35 19 Oktober 2018
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    Ein Hafen in der lettischen Hauptstadt Riga (Archiv)

    Lettischer Politiker warnt vor „katastrophalen“ Schäden wegen Russland

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    Wirtschaft
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    Lettlands Transitverkehr leidet erheblich wegen der schlechten Beziehungen zu Russland. Dies erklärte Alexej Medwedew, ein Abgeordnetenkandidat für die Saeima (das lettische Parlament), in einer Video-Mitteilung auf Facebook.

    „Als jemand, der in Ventspils geboren wurde und dort das ganze Leben gewohnt hat – in einer Stadt, wo die Haupteinnahmequelle der Hafen ist –, kann ich die katastrophale Situation unseres Landes im Transitverkehr nicht verschweigen. Die rasche Verringerung der Transitgüterströme wirkt sich nicht nur auf die Bürger der Hafenstädte negativ aus. Sie wirkt sich auf alle Einwohner unseres Staates aus“, sagte Medwedew.

    Nach seinen Angaben hatte der See- und Eisenbahnverkehr 2016 rund 700 Millionen Euro nach Lettland gebracht, 2018 soll sich der Umsatz aber deutlich reduzieren. In der Zukunft würde das Problem nur noch größer werden. Medwedew ist sich sicher, dass dies in direktem Zusammenhang mit der Außenpolitik Rigas steht.

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    „Die Zuspitzung der lettisch-russischen Beziehungen vernichtet buchstäblich eine der Haupteinnahmequellen des Staatshaushalts. In den letzten Jahren hat Russland mehrere neue Häfen in der Ostsee-Region gebaut. Dorthin fließen jetzt unsere Millionen Euro. Wir müssen verstehen, dass Europa auf jeden Fall russische Güter erhalten wird. Russland wird sie in jedem Fall verkaufen und liefern. Niemand wird verlieren, außer Lettland, das bereits aus diesem Schema ausgeschlossen ist“, beklagte sich der Politiker.

    Jedoch sei es möglich, so Medwedew, mithilfe von Kompromissen das Problem zu lösen.

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    Laut Angaben von „Sputnik Lettland“ verlor das Land wesentlich an Transitgütermenge, nachdem Russland mit der Entwicklung seiner Infrastruktur im Baltikum sowie mit der Erhöhung der Auslastung der Eisenbahn in der Leningrader Region begann.

    Die Organisation „Baltischer Verband – Transport und Logistik“ meldete, dass sich der Eisenbahnverkehr innerhalb von vier Jahren um 23 Prozent und der Umsatz der lettischen Häfen um 16 Prozent verringert hätten. Dabei soll die Volkswirtschaft mindestens 132 Millionen Euro verloren haben.

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    Tags:
    Transitweg, Hafen, Außenpolitik, Transit, Güterverkehr, Beziehungen, Wirtschaft, Sputnik Lettland, Alexej Medwedew, Ventspils, Lettland, Russland