00:03 19 Dezember 2018
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    Treibwerk RD-180

    Darum wird Russland trotz Sanktionen weiter Triebwerke an USA liefern

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    Russlands Vizeaußenminister Sergej Rjabkow hat die weitere Lieferung von russischen Raketentriebwerken an die USA kommentiert.

    Russland habe vor, die US-Sanktionen gegen bestimmte Personen und Unternehmen symmetrisch zu beantworten, werde aber nicht die Lieferungen von Raketentriebwerken für das Raumfahrtprogramm der USA einstellen. Moskau werde nicht zu seinem Nachteil handeln, so Rjabkow.

    „Ideen wie die Einstellung der Lieferung von Raketentriebwerken für das Raumfahrtprogramm der USA oder von Titan für die Luft- und Raumfahrt, das in einem gemeinsamen Unternehmen mit Boeing hergestellt wird, oder andere Positionen zu unserer Ausfuhr in die USA sollen nicht als Optionen betrachtet werden. Denn es wäre das gleiche, wie sich ins eigene Knie zu schießen“, sagte der Vizeaußenminister.

    Zuvor hatte der Abgeordnete des Föderationsrates Russlands, Sergej Rjabuchin, erklärt, Russland könne die Lieferung von Raketentriebwerken einschränken, die das US-Unternehmen United Launch Alliance (ULA) in der ersten Stufe der Trägerrakete Atlas V einsetzt. So hatte er die mögliche Antwort Moskaus auf Pläne der USA kommentiert, Sanktionen gegen Russland wegen des Skripal-Falls zu verhängen.

    Die USA haben gegen Russland eine Menge von Sanktionen unter verschiedenen Vorwänden eingeführt. Am 8. August kündigte die US-Administration neue Maßnahmen wegen des Falls Skripal an. Das erste Sanktionspaket beschränkte die Lieferung von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck nach Russland.

    Die Vereinigten Staaten würden weitere Sanktionen gegen Russland verhängen, wenn Moskau sein Verhalten nicht ändere, heißt es aus Washington.

    Das Abkommen zwischen Washington und Moskau über die Lieferung von 101 Raketentriebwerken RD-180 in die USA war 1997 geschlossen worden und wird auf eine Milliarde US-Dollar geschätzt.

    Mehr zum Thema: In Erwartung neuer Sanktionen: Russland kauft Rekordmengen Gold – Bloomberg

    2014 hatte der US-Kongress entschieden, auf den Einkauf russischer Raketentriebwerke zu verzichten und die Erarbeitung eigener Analoga zu beschleunigen. Dieser Beschluss wurde jedoch später im Haushaltsgesetz aufgehoben, als klar wurde, dass die USA in den nächsten drei Jahren nicht ihre eigenen Raketentriebwerke produzieren können. Somit wurde dem Unternehmen ULA, das auch die Raketen Atlas V baut, erlaubt, bei Energomasch weitere 20 Raketentriebwerke RD-180 zu bestellen.

    Später wurde mitgeteilt, dass das Unternehmen ULA höchstwahrscheinlich den Einsatz der Raketentriebwerke aus russischer Herstellung entweder bis 2025 oder sogar bis 2028 plane.

    Neben Raketentriebwerken RD-180 liefert Russland auch Raketentriebwerke RD-181 an die USA. Diese werden von der russischen Firma Energomasch im Rahmen des im Dezember 2014 mit dem amerikanischen Unternehmen Orbital ATK unterschriebenen Vertrags hergestellt. Die Raketentriebwerke werden auf amerikanischen Trägerraketen Antares installiert.

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    Tags:
    Raketentriebwerk, Lieferung, Sanktionen, Raketentriebwerk RD-180, United Launch Service (ULA), Boeing, US-Kongress, Außenministerium Russlands, Sergej Skripal, Sergej Rjabkow, USA, Russland