07:23 13 Dezember 2018
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    US-Dollar-Banknoten (Symbolbild)

    US-Sanktionspolitik untergräbt Hegemonie des Dollars – Experte

    © REUTERS / Jose Luis Gonzalez/Illustration
    Wirtschaft
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    Mit ihrer Sanktionspolitik werden die USA andere Länder möglicherweise dazu zwingen, ein paralleles Finanzsystem zu schaffen. Das kann die Hegemonie des Dollars in der Welt beenden, schreibt Gal Luft, Ko-Direktor des Instituts für die Analyse der globalen Sicherheit und leitender Berater beim US-Rat für Energiesicherheit, für das Portal CNBC.

    Die USA führten derzeit gegen ein Zehntel der Länder der Welt einen Wirtschaftskrieg, deren gesamte Bevölkerung fast zwei Milliarden Menschen betrage und das zusammengesetzte Bruttoinlandsprodukt (BIP) liege bei über 15 Billionen Dollar, meint Luft.

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    „Dazu gehören Russland, der Iran, Venezuela, Kuba, der Sudan, Zimbabwe, Myanmar, die Demokratische Republik Kongo, Nordkorea und andere, gegen die Washington in den letzten Jahren Sanktionen verhängt hat. Aber auch China, Pakistan und die Türkei, die nicht mit vollwertigen Sanktionen, sondern mit anderen wirtschaftlichen Strafmaßnahmen belegt worden sind“, so der Experte.

    Außerdem haben die USA Tausende Personen auf die schwarze Liste gesetzt, die den Regierungen dieser Länder nahe seien. Jetzt sei der Zugang zu dem von den USA kontrollierten globalen Finanzsystem für sie geschlossen.

    „In den letzten Monaten hat Amerikas bestehende Bereitschaft, gegen alle Plagen der Welt zu kämpfen, aus allen diesen Regierungen und wohlhabenden Personen, die sie unterstützen, eine kritische Masse geschaffen. Sie schließen sich zusammen, um ein paralleles Finanzsystem zu entwickeln, das außer Reichweite von Amerikas langem Arm liegen wird“.

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    Wenn es gelinge, werde es eine „transformierende Auswirkung auf die US-Position auf der globalen Ebene“ haben. Die „globale Vorherrschaft“ der USA basiere nicht nur auf deren Militärstärke und dem Allianzsystem, sondern auch auf der weitgehenden Anerkennung des Dollars als Reservewährung der Welt.

    Die Zukunft der amerikanischen Währung soll auf den globalen Rohstoffmärkten entschieden werden – vor allem auf dem Erdölmarkt, der mit dem Dollar verknüpft sei. Unter den Gegnern der US-Sanktionspolitik seien viele Rohstoffexporteure. Luft zufolge sind sie nicht der Meinung, dass ihre Produkte in Dollar bewertet sowie gehandelt werden sollen.

    „Wenn zum Beispiel China Öl von Angola, Erdgas von Russland, Kohle von der Mongolei oder Sojabohnen von Brasilien kauft, bevorzugt es, dies in der eigenen Währung zu machen und auf diese Weise die unerwünschten Wechselkursgebühren für beide Seiten des Geschäfts zu vermeiden“.

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    Außerdem wolle Russland dollarfrei mit der Türkei handeln. Die BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika haben beim BRICS-Gipfel in Johannesburg im Juli die Schaffung einer dollarfreien Wirtschaft besprochen. Die allmähliche Annahme von Cyberwährungen bereite einen anderen Weg für die Ablehnung des Dollars im Handel. 

    „In den kommenden Jahren wird der Dollar einem Schwall von Attacken begegnen, die das Durchbrechen seiner Vorherrschaft zum Ziel haben werden. Der Energiemarkt wird eines der wichtigsten Schlachtfelder sein, wo Amerikas wirtschaftliche Dominanz entschieden wird“.

    Eine Ignoranz der steigenden Anti-Dollar-Koalition würde den USA schaden. Wenn man Washingtons 21 Billionen schwere und jährlich mit der Geschwindigkeit von einer Billion Dollar anwachsende Staatsschulden in Bezug nehme, könne das „Erwachen härter und eher sein als die meisten Ökonomen vorhersagen“, warnt Gal Luft.

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