09:01 19 Dezember 2018
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    Gold: Beste Option für Anleger und Investoren – und Russlands Zentralbank

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    Wirtschaft
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    Alexander Boos
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    Im Vergleich zu Währungen wie dem Euro oder dem US-Dollar steht Gold als Anlageform sehr gut da. „Ich empfehle bei den derzeitigen Kursen, in physische Gold-Produkte zu investieren“, sagt Edelmetall-Experte Dimitri Speck aus München im Sputnik-Interview. Zudem erklärt er, wie das Edelmetall den Dollar als Welt-Leitwährung unter Druck setzt.

    „Der wesentliche Unterschied bei Gold zu kreditbasierten Geldanlagen wie Euro oder Dollar ist, dass es kein Warengeld ist. Dass es liquide ist. Dass es nicht beliebig vermehrt werden kann. Dass es nicht bankrott gehen und auch nicht für wertlos erklärt werden kann.“ Das sagte Dimitri Speck, Goldmarkt- und Finanz-Experte aus München, im Sputnik-Interview. Damit bezog er sich auf entsprechende internationale Medienmeldungen der letzten Wochen sowie auf aktuelle Entwicklungen auf dem Goldmarkt.

    „Die vergangenen Monate waren schmerzhaft für Goldanleger“, berichtete zum Beispiel die österreichische Tageszeitung „Die Presse“ im August. „Nach einem Hoch von 1370 Dollar pro Unze im April ist der Preis um fast zwölf Prozent gefallen – bis auf die Marke von rund 1200 Dollar. Jetzt gibt es einen Hoffnungsschimmer für die ‚Goldbugs‘, wie die Hardcore-Fans des Metalls auch genannt werden. Die Analytiker der ICBC Standard Bank sehen den Preis des Edelmetalls bis Ende des Jahres wieder bei zumindest 1300 Dollar.“

    Gold-Experte Speck meinte dazu: „Langfristig halte ich sogar noch höhere Goldkurse für wahrscheinlich.“ Die Zentralbanken hätten in den vergangenen Jahren viel Geld gedruckt und somit die Anleihezinsen nach unten gedrückt. „Dieses Geld floss in die Aktien- und Immobilien-Märkte. Aber ab 2011 nicht mehr in Gold. Das muss man ganz klar sagen.“

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    Experte empfiehlt diese Gold-Produkte

    Nun drehe sich die Windrichtung auf den internationalen Finanzmärkten aktuell wieder „Richtung Gold“ – so auch in Deutschland. „Bis Jahresende erwarte ich ganz klar deutlich höhere Goldpreise“, so Speck. Er riet dazu, jetzt in reale Gold-Produkte zu investieren. „Ich empfehle jedem ein gewisses Basis-Investment in physischem Gold.“

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    Der Experte nannte die kanadischen „Maple Leaf“-Goldmünzen oder auch die Standard-Münzen der Wiener Philharmoniker als gute Investitionsmöglichkeiten. „Da ist die Spanne zwischen An- und Verkauf gering und es wird kein Mehrwertsteuer-Aufschlag berechnet.“

    Verdrängt Gold die Welt-Leitwährung Dollar?

    „Das traditionelle Zahlungsmittel über die Jahrtausende zwischen Staaten war eigentlich immer Gold“, erklärte der Marktanalytiker. „In den vergangenen 100 Jahren ist da eine Abkehr entstanden. Zuletzt war es eben immer der Dollar, der diese Rolle einnehmen konnte.“ Doch nun bröckle das Fundament. Der US-Dollar befinde sich in der Krise, auch aufgrund der total überschuldeten USA. Das Edelmetall könne die Weltleitwährung herausfordern, weil es „nicht politisch entwertet werden kann“, so Speck.

    „Die Russen haben beispielsweise schon die Konsequenz gezogen und die russische Zentralbank hat ihre Dollar-Bestände sehr stark reduziert. Umgekehrt haben sie dafür sehr viel Gold gekauft.“ Der Goldmarkt-Insider gehe davon aus, dass auch andere Staaten und Regierungen dem russischen Beispiel folgen werden.

    Im Geld-Sektor, sprich bei vielen Währungen, habe es in den letzten Jahrzehnten „eine massive Verschuldungszunahme gegeben. Das kann niemand mehr tilgen. Das ist völlig unrealistisch. Damit droht ganz konkret bei allen Geldanlagen – in Dollar, Euro oder Yen – dass die Sparer hier schleichend oder schlagartig enteignet werden. Hier wird eben die langfristige Perspektive von Gold wichtig.“

    Für den Goldmarkt-Experten stellt das Edelmetall die einzig vernünftige Alternative dar, die auch den „sicher kommenden“ Finanz- und Währungs-Crash überstehen würde.

    Das komplette Radio-Interview mit Dimitri Speck zum Nachhören:

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