16:15 23 September 2018
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    Frankfurt am Main (Symbolbild)

    Deutsche Unternehmen werfen Auge auf Fernost - Chef der Messe Frankfurt in Moskau

    © AFP 2018 / John MACDOUGALL
    Wirtschaft
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    Natalia Pawlowa
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    Vom 11. bis 13. September 2018 findet in Wladiwostok das Östliche Wirtschaftsforum statt. Der CEO Messe Frankfurt Rus, Eugen Alles, erzählt im Gespräch mit Sputnik, warum es für die Europäer trotz der enormen geografischen Entfernung wichtig ist.

    Laut dem Programm nehmen Sie am Businessdialog Russland-Europa beim Forum auf der Insel Russki teil. Zu welchen Themen werden Sie sprechen?

    Russland ist das größte Land der Welt mit einem hohen wirtschaftlichen und industriellen Potenzial. Der Ferne Osten hat eine große industrielle Basis — Metallurgie, Wasserkraft, See- und Schienenverkehr, Bergbau und vieles mehr. Aus der Sicht der Wirtschaft ist diese Region als Plattform für Infrastrukturprojekte äußerst interessant. Im Rahmen unserer Aktivitäten arbeiten wir eng mit dem Amt für Investitionen und Exporte des Fernen Ostens, mit dem Ministerium des Fernen Ostens zusammen, und wir kennen gut ihre Projekte für die Entwicklung der Region. Bei der Umsetzung des Programms der integrierten Entwicklung von Territorien ist es wichtig, geographische Merkmale und die Nachbarschaft mit Industrieländern — China, Südkorea, Japan — zu beachten.

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    Die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Handelsministerium zeigte uns, wie unsere Nachbarn die Besonderheiten der einzelnen Provinzen für die Entwicklung bestimmter Technologien und Industrien optimal nutzen. Ich möchte darüber sprechen, wie Messeveranstaltungen dazu beitragen können, Investitionen anzuziehen.

    Wie groß ist Ihrer Meinung nach das Interesse der deutschen bzw. europäischen Firmen am Fernen Osten?

    Die wichtigsten ausländischen Partner des Fernen Ostens sind dank seiner geographischen Lage die asiatischen Länder. Sie eröffneten seit langer Zeit gemeinsame Betriebe in der Region. Die europäische Seite ist aber auch an großen Infrastrukturprojekten interessiert, z. B die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und die Europäische Investitionsbank.

    Sibirien und Fernost sind logistisch schwierige Regionen. In den letzten Jahren hat sich aber die Situation zum Besseren geändert, es gibt Projekte zum Ausbau der Transsibirischen Magistrale und der BAM, die Hafeninfrastruktur wird aktiv aktualisiert.

    Welche Branchen sind für die europäischen Unternehmen insbesondere attraktiv?

    Einer der Hauptbereiche der Zusammenarbeit ist die Gewinnung von Mineralien. Im Fernen Osten konzentrieren sich bedeutende Reserven an Metallen, Eisenerz, Öl. Gemeinsame Projekte entwickeln sich aktiv in den Bereichen Petrochemie, Landwirtschaft und Schifffahrt. Im letzten Bereich umfasst es die Organisation der Hafeninfrastruktur, die Modernisierung der bestehenden industriellen Möglichkeiten. Es gibt viele Optionen, alles hängt von den Interessen potenzieller Investoren ab.

    Sind die Firmen zu Investitionen bereit? Welche Hindernisse sehen Sie dabei?

    Wie in jedem Geschäft erfordern Investitionsprojekte eine sorgfältige Vorbereitung und Analyse der Potenziale und Risiken. Es ist wichtig, dass die Regierung der fernöstlichen Region bereit ist, besondere Bedingungen für ausländische Unternehmen anzubieten, einschließlich Steuervergünstigungen, Verwaltungs- und Beratungsunterstützung. Solche Maßnahmen werden dazu beitragen, europäische Unternehmen in die Region zu locken. Die Verkehrserreichbarkeit kann zu einem Hindernis werden. Die Eröffnung der Route über den Nördlichen Seeweg wird jedoch diese Aufgabe erheblich vereinfachen und die Transportkosten nach Europa senken.

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    Tags:
    Entwicklung, Wiederaufbau, Investitionen, Interesse, Östliches Wirtschaftsforum, Russland, Deutschland