19:42 10 Dezember 2018
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    „Schutz vor Sanktionen“: Russlands Finanzpolster kurz vor Rekordhoch

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    Wirtschaft
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    Russland legt immer mehr auf die hohe Kante, um sich gegen neue Wirtschaftskrisen und Sanktionen zu schützen. Der anhaltende Aufwärtstrend beim Ölpreis sorgt für ein rasantes Wachstum der Reserven. Premierminister Dmitri Medwedew erwartet, dass das Finanzpolster der Regierung bald ein noch nie dagewesenes Spitzenvolumen erreicht.

    Russland werde 2019 den finanziellen Puffer, der den Haushalt vor „auswärtigen Schocks" schützen solle, in vollem Umfang wiederherstellen, sagte Medwedew in einer Regierungssitzung am Donnerstag.

    „Wir erwarten, dass der Nationale Wohlfahrtsfonds schon Ende des kommenden Jahres den höchsten Umfang seit je erreichen wird.“

    Der Premierminister verwies darauf, dass die Reserven „uns während der Weltfinanzkrise von 2008/2009 sehr geholfen haben, aber auch in der zweiten Welle der Krise im Jahr 2014, als wir mit Sanktionen unter Druck gesetzt wurden“.

    Das Wachstum der Reserven wird Medwedew zufolge durch die aktuell hohen Preise für Energieträger beflügelt.

    Ein Fass (159 Liter) der russischen Ölsorte Urals kostet seit Monaten über 70 US-Dollar. Sämtliche Einnahmen, die über dem Preis von 41,6 Dollar pro Barrel liegen, speichert die Regierung in Moskau in ihren Reserven.

    Bildschirm mit Geldkurs vor einer Bank in Moskau (Archivbild)
    © Sputnik / Archiv/ Natalja Seliwerstowa
    Die russische Regierung hatte während der Hochkonjunktur auf dem Energiemarkt 2008 den Reservefonds und den nationalen Wohlstandsfonds angelegt, um dort Mehreinnahmen aus dem Ölhandel zu speichern. Die Reserven wurden 2009 zur Milderung der Folgen der Weltfinanzkrise verstärkt in Anspruch genommen. Ab dem 1. Januar dieses Jahres sind die beiden Fonds zum nationalen Wohlfahrtsfonds fusioniert.

    Der Wohlstandsfonds hatte im März 2016 mit 5,4 Billionen Rubel (umgerechnet mehr als 70 Milliarden Euro) seinen bisherigen Spitzenwert erreicht. Der Gesamtumfang der beiden Fonds war im Februar 2015 mit knapp elf Billionen Rubel (über 150 Milliarden Euro) am höchsten.

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    Laut dem Plan der Regierung in Moskau soll der Wohlfahrtsfonds in diesem Jahr 3,8 Billionen Rubel erreichen und sich 2019 auf 7,8 Billionen Rubel verdoppeln. In zwei Jahren soll die Marke von 11,4 Billionen Rubel erreicht werden. Für 2021 ist die Marke von über 14,2 Billionen Rubel angepeilt.

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    Tags:
    Nationale Wohlfahrtsfonds, Reservefonds, Regierung, Dmitri Medwedew, Russland