00:13 18 Oktober 2018
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    Flaggen Chinas und der USA

    Dank Handelskrieg: Russland peilt schon US-Nische in China an

    © AP Photo / Andy Wong
    Wirtschaft
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    Russland ist bereit, die Nische einiger US-Waren auf dem chinesischen Markt zu besetzen, und bespricht diese Frage mit den Partnern aus China. Dies teilte der russische Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin am Freitag mit.

    Ihm zufolge kann die letzte Zunahme von Sonderzöllen zwischen den USA und China die russische Wirtschaft sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

    „Russland ist ein Teil der globalen Wirtschaft. Ich möchte daran erinnern, dass in unserer Prognose eine Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums berücksichtigt ist, und eine der Ursachen hierfür ist die Entwicklung von Handelskriegen. Dies wird sich auch auf die Rohstoffmärkte auswirken, und auch aus diesem Grund haben wir eine so moderat negative Dynamik in Bezug auf die Ölpreise“, sagte der Minister gegenüber den Journalisten am Rande des Eurasischen Frauenforums in Sankt Petersburg.

    Mit all den negativen Auswirkungen sei diese Situation jedoch eine große Chance für Russland, die bilateralen Handelsbeziehungen mit China, Indien und anderen Ländern zu entwickeln, so Oreschkin weiter.

    „Unser Handelsumsatz mit China wird in diesem Jahr 120 Milliarden Dollar übersteigen, und das ist nicht die Obergrenze. Daher werden wir nach jenen Nischen suchen, in denen Russland die USA auf dem chinesischen Markt ersetzen kann. Wir arbeiten jetzt mit den chinesischen Partnern zusammen, wir schauen uns genau die Waren an, die unter erhöhte Zöllen fallen. Für uns bedeutet das, dass es in diesen Nischen keine amerikanischen Konkurrenten geben wird, und wir müssen alles Mögliche tun, um zu versuchen, diese Nischen zu besetzen.“

    Ferner betonte Oreschkin, dass Handelskriege die negativen Tendenzen in Bezug auf die Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums verstärken werden:

    „Eine höhere Inflation in den USA bedeutet eine aggressivere Dynamik hinsichtlich der Zinserhöhung in Amerika. Und wir sprachen auch über mögliche Probleme in Volkswirtschaften mit hohen Leistungsbilanzdefiziten – die Türkei und so weiter. Und Handelskriege verstärken eben nur die existierenden Trends.“

    Der Handelskrieg zwischen den USA und China, bei dem es um eine gegenseitige Zollerhöhung geht, war Anfang 2018 ausgebrochen. Den ersten Schlag hatte der US-Präsident Donald Trump versetzt, indem er Peking ein unfaires Spiel vorwarf und über ein zu großes bilaterales Handelsbilanzdefizit klagte. Später hatte er einen Handels-Sieg über China erklärt, das die amerikanische Wirtschaft ihm zufolge nicht mehr werde einholen können.

    Nach Einschätzungen von Bloomberg wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von China zum Jahresende wegen Verlusten im Handelskrieg um 6,6 Prozent wachsen, was der geringste Wert seit 1990 sein wird.

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    Tags:
    Waren, Markt, Handelsbeziehungen, Handelskrieg, Maxim Oreschkin, Russland, USA, China