12:19 17 Oktober 2018
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    Harter Brexit: Deutschen Unternehmen drohen Milliardenkosten – Studie

    © REUTERS / Stefan Wermuth
    Wirtschaft
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    Ein harter Brexit wird für deutsche Unternehmen Kosten in Milliardenhöhe zur Folge haben. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor.

    Wenn Großbritannien ohne Freihandelsabkommen aus der EU austrete, würden die hiesigen Firmen mit  Zöllen von mehr als drei Milliarden Euro jährlich belastet.

    Allein auf die Automobilindustrie würden IW-Berechnungen  zufolge rund 60 Prozent der deutschen Mehrkosten zukommen. Allerdings dürfte die Wirtschaft auf lange Sicht mit Preisanhebungen und Verlagerung der Warenströme reagieren.

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    Das Vereinigte Königreich könnte deutsche Exporte mit Zöllen in Höhe von durchschnittlich 4,3 Prozent belegen. Die EU ihrerseits würde Grenzabgaben von durchschnittlich 2,8 Prozent auf britische Exporte und die Regierung in London im Gegenzug Abgaben von 3,6 Prozent auf Waren aus der Rest-EU erheben. Dadurch könnte der Handel zwischen Deutschland und Großbritannien um bis zu 50 Prozent einbrechen und die deutschen Exporte in Großbritannien um bis zu 57 Prozent zurückgehen.

    „Dieses Horrorszenario sollte die Politik zum konstruktiven Handeln antreiben“, erklärte IW-Wissenschaftler Markos Jung. Rund fünf Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes hängen direkt und indirekt am Handel mit den Briten. Damit ist Großbritannien der drittwichtigste Handelspartner für hiesige Unternehmen.

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    Tags:
    Kosten, Unternehmen, Folgen, Brexit, Deutschland, Großbritannien