11:00 19 November 2018
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    Handelsvertreter: Umstieg auf Rubel und Pfund im Handel mit Großbritannien möglich

    CC BY 2.0 / Victor / British pounds
    Wirtschaft
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    Im Falle einer politischen und wirtschaftlichen Notwendigkeit können russische und britische Unternehmen auf US-Dollar verzichten und zu Verrechnungen in Rubel und britischem Pfund wechseln. Laut dem russischen Handelsvertreter in Großbritannien, Boris Abramow, gibt es dafür bereits alle erforderliche Infrastruktur.

    Die russischen Unternehmen, die mit Großbritannien Geschäfte machen, könnten sich jederzeit auf Pfund Sterling umstellen, sagte Abramow.

    „Das britische Pfund ist eine genauso frei konvertierbare Währung wie der US-Dollar und der Euro. Es gibt eine fertig gebaute Infrastruktur, damit die beiden Länder in dieser Währung den Zahlungsverkehr führen könnten. Für ein russisches Unternehmen kostet es nichts, ein Konto in Pfund bei einer russischen oder ausländischen Bank zu eröffnen. Der russische Importeur kann britische Pfund auch an der Moskauer Börse kaufen und damit abrechnen“, so der russische Handelsvertreter weiter.

    Für britische Unternehmen sei es dagegen etwas schwieriger, auf Verrechnungen in Rubel zu wechseln, weil es in Großbritannien keine Rubelkonten gebe und „die Banken nicht verstehen, wie stabil diese Währung ist, was zu einer Abrechnungsverteuerung in dieser Währung führt“.

    „Für die Teilnehmer aus beiden Ländern wird dies einfach teurer, daher werden nur wenige dem zustimmen. Nichts hindert jedoch den russischen Exporteur daran, Rubel für die Lieferung seiner Waren zu verlangen, formell kann er es tun. Jetzt wird der US-Dollar aus dem Grund verwendet, weil alle an den Transaktionen beteiligten Seiten – der Verkäufer, der Käufer und die Bank – ihn verstehen“, erklärte Abramow.

    Falls die Verwendung von US-Dollar bei den Verrechnungen irgendwie eingeschränkt werden sollte, würden britische Unternehmen sofort auf andere Währungen, zum Beispiel auf Pfund oder Euro, umstellen. Momentan sei dies nicht notwendig, weil es jetzt wirtschaftlich einfacher und billiger sei, in US-Dollar zu zahlen.

    Bemerkenswert ist auch, dass jene Unternehmen, die mit außerbörslichen Waren handeln, deren Preis nicht an die US-Währung gebunden sei, als Erste auf US-Dollar verzichten könnten.

    Ferner unterstrich Abramow, er schließe nicht aus, dass sich einige russische Unternehmen mit britischen Partnern bereits über Zahlungen in britischer Währung geeinigt haben.

    „Wir kontrollieren die Verrechnungen nicht, aber ich schließe nicht aus, dass das Pfund jetzt auch neben US-Dollar und Euro verwendet wird. Aber da die Basis der russischen Exporte immer noch Kohlenwasserstoffe sind, und das ist eine Börsenware, deren Preise in US-Dollar gebildet werden, wird er natürlich hier bleiben“.

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    Tags:
    Unternehmen, Abrechnung, Euro, Dollar, Pfund, Russland, Großbritannien