23:30 12 November 2018
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    Dedollarisierung: Ist Russlands Wirtschaft bereit?

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    Wirtschaft
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    Eine mögliche Abkehr vom US-Dollar kann Einfluss auf die russische Wirtschaft nehmen, erklärten Experten der russischen Zeitung „Iswestija“.

    Nach Meinung der Ökonomen könnte die sogenannte Dedollarisierung in erster Linie die Bevölkerung großer Städte betreffen, wo die US-Geldscheine, von denen sich in Russland nach Schätzungen etwa 80 Milliarden US-Dollar angesammelt hätten, im großen Umlauf seien.

    Im Bereich des bargeldlosen Einzelhandelsumsatzes seien die Risiken bei einer Abkehr von der amerikanischen Währung jedoch weitaus geringer.

    Gleichzeitig machen Experten darauf aufmerksam, dass die Risiken für die Bevölkerung – aufgrund der Komplexität sowie der eventuellen Unrentabilität bei einer Änderung des zivilen Rechtsverkehrs mit US-Dollar-Banknoten – hauptsächlich theoretischen Charakters sind.

    Zudem seien die Risiken für Einlagen minimal und beträfen hauptsächlich die USA, allerdings werde Russland auch in dieser Frage entsprechende Maßnahmen erarbeiten, heißt es.

    Des Weiteren fügten die Experten hinzu, dass eine externe Abkehr vom US-Dollar viel Zeit in Anspruch nehmen werde: Mit diversen Partnern werde man Verträge eventuell nicht neu abschließen können, mit anderen müssten Preisprämien ausgehandelt werden, um die Volatilität der Wechselkurse auszugleichen.

    Darüber hinaus betonen die Ökonomen, dass die „Dedollarisierung“ nicht durch „den Wunsch der Regierung“ motiviert sei, „dem Teil der Bevölkerung zu schaden, der Einlagen oder Bargeld in US-Währung hält“, sondern durch erforderliche Schutzmaßnahmen für den Fall neuer gegen Russland gerichteter Beschränkungen.

    Zuvor berichteten diverse Medien, die Regierung Russlands entwickle angeblich ein Projekt für die Dedollarisierung der Wirtschaft auf Grundlage der Vorschläge von VTB-Chef Andrej Kostin, das Premierminister Dmitri Medwedew eventuell bald genehmigen könnte.

    Der Pressedienst des Ministerkabinetts erklärte, der Plan zur Verringerung der Abhängigkeit der Wirtschaft vom US-Dollar werde gegenwärtig ausgearbeitet, aber es gäbe keine Perspektive, auf die US-Währung vollständig zu verzichten.

    Die Ausarbeitung eines konkreten Programms in dieser Frage werde im Auftrag von Wladimir Putin durchgeführt, bestätigte der Berater des Präsidenten, Andrej Beloussow, am Rande der Russischen Energiewoche.

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    Russland, Dollar-Diktatur, US-Dollar, Dollar, Pressedienst des Ministerkabinetts, VTB, Andrej Beloussow, Andrej Kostin, Dmitri Medwedew, Wladimir Putin, USA, Russland