13:10 15 November 2018
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    Verdichterstation in Orenburg, Russland (Archivbild)Wladimir Putin beim Treffen mit den deutschen Unternehmern in Kreml

    Russisches Gas ist wie Luft für Europa – Putin trifft deutsche Unternehmer

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    Wirtschaft
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    Natalia Pawlowa
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    Die von Berlin unterstützten Sanktionen und die unberechenbare Politik Washingtons sind alarmierend. Dies sagten deutsche Top-Unternehmer bei einem Treffen im Kreml. Die Geschäftsleute hoffen, dass große und wichtige Projekte, wie etwa Nord Stream 2, trotz des US-Drucks erfolgreich vollendet werden.

    In den viereinhalb Jahren der Sanktionen haben sich die Geschäftsbeziehungen zwischen Russland und Deutschland nicht abgekühlt. Unternehmer des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft fordern die europäischen Politiker dazu auf, die Beziehungen zu Moskau wieder aufzubauen.

    Rund 20 Top-Manager von Unternehmen wie Siemens, Volkswagen und Knauf kamen am 1. November im Senat-Palast des Kremls zusammen. Russland wurde von zuständigen Ministern, Diplomaten und den Chefs der Staatsunternehmen Gazprom (Alexej Miller) und Rosneft (Igor Sechin) vertreten.

    Bei diesem Treffen ging es ausschließlich um Geschäftliches. Putin bezog sich auf die Statistiken: Seit Jahresbeginn nehme die Wirtschaft einen Aufschwung. Das Wachstum der Industrieproduktion betrage drei Prozent. Es war nicht nötig, die Geschäftsleute zu überzeugen, in Russland zu investieren, denn sie tun dies schon seit langem.

    „Wir schätzen die Bereitschaft der deutschen Unternehmer zur Kooperation, ihren Pragmatismus und ihre konstruktive Haltung, und wir hoffen, dass sich die Geschäftsbeziehungen zwischen unseren Ländern auch weiterhin nachhaltig entwickeln werden – selbst in der heutigen schwierigen Lage der Weltpolitik und Weltwirtschaft. Wir sind überzeugt, dass der Investitions- und Handelsaustausch nicht nur allen Teilnehmern dieses Prozesses spürbare Gewinne bringt, sondern auch die Beziehungen zwischen unseren Ländern festigt“, betonte der russische Präsident.

    Trotz aller Krisen und Konflikte sei das Geschäftswesen das stärkste Bindeglied zwischen Russland und Deutschland, zwischen Russland und der Europäischen Union, sagte Wolfgang Büchele, Chef des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft.  Nach seinen Worten würde es der russischen und der deutschen Wirtschaft besser gehen, wenn sich die politischen Beziehungen verbesserten.

    „Bei vielen großen Zukunftsfragen stehen die EU und Russland vor den gleichen Herausforderungen. Wir brauchen nukleare Sicherheit in Europa, wir brauchen einen sicheren Zugang zu den Rohstoffen und können gemeinsam in Förderprojekte investieren. Wir hoffen auch, dass trotz allen Widrigkeiten das Projekt Nord Stream 2, wie es sich derzeit im Bau befindet, in vollem Umfang und in der gegebenen Zeit umgesetzt werden kann. Nord Stream 2 ist deshalb so wichtig, weil Deutschland vor dem Ausstieg aus der Atomkraft und bald auch vor der Reduzierung der Braunkohleverstromung steht und weil die Gasförderung in der EU stark sinkt“.

    Deutsche und russische Unternehmer hoffen auf die völlige Umsetzung des Projekts Nord Stream 2 bis Ende 2019 — Anfang 2020. Ein 180 Kilometer langer Abschnitt der Pipeline liegt bereits auf dem Boden der Ostsee. Je näher sich die Pipeline an Deutschland befindet, desto häufiger drohen die USA mit Sanktionen gegen die Projektteilnehmer. Die Amerikaner wollen ihr Gas mit allen Mitteln nach Europa verkaufen. Es ist noch nicht klar, welche Folgen die Sanktionen nach sich ziehen werden. Die Europäer wollen sicher sein, dass sie eine politische Unterstützung erhalten, um das Projekt zu verwirklichen. Bei dem Treffen im Kreml wurde deutlich gemacht, dass sowohl Deutschland als auch Russland das Projekt brauchen.

    Deutschland ist nach China der zweitgrößte Handelspartner Russlands. Trotz der Sanktionen wächst der Handelsumsatz jährlich: Im Jahr 2017 lag er bei 50 Milliarden US-Dollar, bis Ende 2018 könnte bereits von 60 Milliarden US-Dollar die Rede sein. Das Ziel sei, den Rekord von 2012 zu brechen: Damals habe der Warenumsatz 80 Milliarden US-Dollar betragen, so Büchele.

    Laut der jüngsten Studie der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer haben deutsche Unternehmen bis heute 1,6 Milliarden Euro in die russische Wirtschaft investiert, der deutsch-russische Handel ist um 25 Prozent gestiegen.

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    Tags:
    Unternehmer, Energiesicherheit, Öllieferungen, Gaslieferungen, Treffen, Wirtschaft, Industrie, Zusammenarbeit, Handel, Energiebereich, Sanktionen, Nord Stream 2, Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft, Kreml, Knauf, VW-Konzern, Siemens, Rosneft, EU, Gazprom, Wolfgang Büchele, Igor Setschin, Alexej Miller, Wladimir Putin, Deutschland, Moskau, Russland