07:02 20 November 2018
SNA Radio
    Brandenburger Tor in Berlin

    Folgen antirussischer Sanktionen: Deutschland „verliert Boden“ – Medien

    © AFP 2018 / DPA/ Paul Zinken
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    551866

    Deutschland trägt 40 Prozent des westlichen Verlustes durch die Sanktionen gegen Russland. Mit deren Folgen wird die deutsche Wirtschaft sich möglicherweise noch lange „herumschlagen müssen“, schreibt die Online-Zeitung „Deutsche Wirtschaftsnachrichten“.

    „Deutsche Unternehmen verlieren wegen Sanktionen Boden in Russland“, konstatiert das Magazin am Freitag.

    >>> Weitere Sputnik-Artikel: Russisches Gas ist wie Luft für Europa – Putin trifft deutsche Unternehmer

    Es berichtet unter Berufung auf das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IFW), dass die deutschen Exporte im Durchschnitt „um 727 Millionen US-Dollar pro Monat niedriger als bei einem Szenario ohne Sanktionen“ seien. Das entspreche 0,8 Prozent der gesamten Exporte.

    „Deutschland trägt damit fast 40 Prozent des westlichen Verlustes, während andere wichtige geopolitische Akteure wie das Vereinigte Königsreich, Frankreich und die Vereinigten Staaten viel weniger betroffen sind“, zitiert das Portal eine Mitteilung des Instituts.

    >>> Weitere Sputnik-Artikel: Miteinander und nicht übereinander sprechen – Manuela Schwesig in Moskau

    Laut Julian Hinz, Wirtschaftswissenschaftler am IFW, seien die Auswirkungen bisheriger Sanktionen auf den deutsch-russischen Handel „bereits beachtlich“ und machen ein Drittel des jüngsten Rückgangs der deutschen Exporte aus.

    „Der Hauptschaden beruht nicht so sehr auf den direkten Auswirkungen der Sanktionen, sondern darauf, dass es den Unternehmen jetzt schwerer fällt, ihren Handel mit Russland zu finanzieren. Deutsche Banken haben sich bereits weitgehend aus Russland zurückgezogen“, zitiert die Zeitung den Experten.

    >>> Weitere Sputnik-Artikel: Russland-Sanktionen: Deutschland über „vage Formulierungen der USA“ besorgt

    Nach Angaben der Russisch-Deutschen Außenhandelskammer (AHK) können die jüngsten Maßnahmen kurzfristig zum Verlust von Hunderten Millionen Euro und langfristig von Milliarden Euro führen.

    „Wenn es deutschen und amerikanischen Unternehmen immer schwerer fällt, Geschäfte in Russland zu tätigen, werden asiatische Konzerne und insbesondere Konzerne aus China die Lücke nach und nach füllen“, meint AHK-Chef Matthias Schepp laut dem Blatt.

    Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und den westlichen Staaten hatten sich nach dem Umsturz in der Ukraine 2014 verschlechtert. Nach dem Beitritt der Krim zu Russland verhängten die USA und die EU politische und wirtschaftliche Strafmaßnahmen gegen Russland. Moskau konterte mit einem Einfuhrverbot für eine ganze Reihe von Lebensmitteln aus den Ländern, die zuvor Sanktionen gegen Russland verhängt hatten, und nahm Kurs auf Importersatz. Russland bezeichnete die westlichen Sanktionen mehrmals als kontraproduktiv.

    >>> Weitere Sputnik-Artikel: Welt muss sich auf starke Ölpreis-Rallye gefasst machen

    Nach dem Staatsstreich im Februar 2014 in Kiew war es auf der Krim und im Osten der Ukraine zu Massenprotesten gekommen. Die Behörden der Krim und von Sewastopol hatten am 16. März 2014 ein Referendum zur Frage der Wiedervereinigung mit Russland durchgeführt. Für den Beitritt zur Russischen Föderation stimmten 96,7 Prozent bzw. 95,6 Prozent der Bürger. Die Ukraine, die EU und die USA wollen die Ergebnisse des Referendums nicht anerkennen. Moskau erklärte mehrmals, dass der Beitritt der Region in strikter Übereinstimmung mit völkerrechtlichen Normen erfolgt sei.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Sanktionsdruck, Firmen, Russland-Sanktionen, Sanktionsspirale, Sanktionsliste, Unternehmen, Ausfuhren, Sanktionspolitik, Business, Wirtschaft, Handel, Export, Sanktionen, Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK), Matthias Schepp, Russische Föderation, Deutschland, Russland