08:30 21 November 2018
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    Gas-Projekt Nord Stream 2

    Ukraine startet „Plan B“ wegen Nord Stream 2 – Energieexperte reagiert: „PR-Gag“

    © Foto: Nord Stream 2
    Wirtschaft
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    Das ukrainische Energieunternehmen Naftogaz hat laut seinem Chef Juri Witrenko mit der Umsetzung von „Plan B“ im Zusammenhang mit dem Bau von Nord Stream 2 begonnen. Dies sei ein Publikumsspektakel, meint der stellvertretende Direktor des russischen Nationalen Energieinstituts, Alexander Frolow.

    Trotz Kiews Bemühungen, das Pipelineprojekt zu unterbinden, werde Nord Stream 2 umgesetzt, gestand Witrenko ein. Deswegen bestehe die Gefahr, dass der Gastransit durch die Ukraine aufhören könne.

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    Also habe Naftogaz bereits mit der Umsetzung seines „Plans B“ begonnen.

    „Erstens versuchen wir, die finanziellen Verluste auszugleichen. Wir haben bereits ein neues Schiedsverfahren eingeleitet, das praktisch bereits begonnen hat und bei dem wir mehr als zwölf Milliarden Dollar fordern. Zehn Milliarden davon sind eine Entschädigung dafür, dass es nach 2019 keinen Transit durch das Territorium der Ukraine mehr geben wird. Wir tun dies jetzt. Dennoch ist der Ausgleich der finanziellen Verluste eine Ersatzoption. Die erste Variante, „Plan A“, sieht die Beibehaltung des Transits vor“, sagte ein Naftogaz-Sprecher.

    Was das Versprechen der Bundeskanzlerin Angela Merkel betreffe, den Gastransit durch die Ukraine beizubehalten, erläuterte Witrenko, dass er von diesem Versprechen nichts gewusst und dass die Ukraine keine klaren Garantien aus Europa erhalten habe.

    Der stellvertretende Direktor des russischen Nationalen Energieinstituts, Alexander Frolow, hat die Ankündigung von Naftogaz als einen „PR-Gag“ bezeichnet.

    Laut Frolow erscheint die Absicht von Naftogaz, durch ein internationales Schiedsverfahren über zwölf Milliarden Dollar von Russland zu fordern,  „geradezu lächerlich“. Denn die Ukraine sei kein EU-Mitglied und könne deshalb sogar theoretisch nicht einmal hoffen, irgendwelche Gelder auf diese Weise zu erhalten.

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    Die Ukraine hat wiederholt erklärt, dass sie ein Transitland für russisches Gas nach Europa bleiben wolle. Der aktuelle Liefervertrag läuft Ende 2019 ab. In diesem Zusammenhang lehnt die Ukraine die Verlegung neuer Gaspipelines unter Umgehung ihres Territoriums entschieden ab.

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    Tags:
    Pipelinebau, Nord Stream 2, Naftogaz, Alexander Frolow, Juri Witrenko, Russland, Ukraine