01:29 19 November 2018
SNA Radio
    Kiew beziffert seinen Schuldenberg gegenüber IWF

    Kiewer Finanzminister warnt: Ohne neue Geldspritzen Staatsbankrott schon 2019

    © Fotolia / Sebastian Gelbke
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    231338

    Die Ukraine muss laut ihrem Finanzministerium weiterhin mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zusammenarbeiten, anderenfalls drohe dem Land bereits 2019 ein Default. Dies geht aus einer auf der Webseite des Finanzamtes veröffentlichten Erklärung hervor.

    „Sollte die Ukraine aus dem Programm des IWF austreten, wird das Land den Zugang zu den Finanzressourcen der internationalen Organisationen und institutionellen Investoren verlieren, und das Default wird sich aus einer illusorischen Gefahr bereits im nächsten Jahr in eine reale Perspektive verwandeln“, heißt es im Dokument.

    Kiew, Ukraine (Archivbild)
    © Sputnik / Michail Woskresenkij
    Um dies zu vermeiden, müsse die Ukraine auf Schritte verzichten, die zur Reduzierung der Einkommen oder zum Wachstum der Budgetausgaben führen würden. Dabei könne das in der Werchowna Rada (dem Parlament des Landes – Anm. d. Red.) diskutierte Gesetz, das die Einführung einer Kapitalausfuhrsteuer statt der Gewinnsteuer vorsieht, die Stabilität des Finanzsystems des Landes gefährden, so die Behörde.

    Den Berechnungen des ukrainischen Finanzministeriums zufolge werden die direkten Verluste des Budgets im Falle der Einführung einer Kapitalausfuhrsteuer für alle Zahler ab dem 1. Januar 2019 etwa 46,7 Milliarden Grywna (über 1,46 Milliarden Euro – Anm. d. Red.) betragen.

    Die Behörde empfiehlt der Werchowna Rada, ein Gesetz über die Einführung der Kapitalausfuhrsteuer für die kleinen und mittelständischen Unternehmen zu verabschieden. Etwa 4.500 Großunternehmen würden dabei weiterhin die Gewinnsteuer entrichten.

    „Ein solches Modell der Steuerbelastung wurde mit dem IWF besprochen und nach schweren Verhandlungen als ein mögliches eingeschätzt“, heißt es in der Erklärung.

    Der Premierminister Wladimir Groisman hatte am 19. Oktober mitgeteilt, dass Kiew und der IWF im Ergebnis ihrer Verhandlungen ein neues Programm vereinbart hätten, das 2019 zu funktionieren beginnen werde. Der IWF hatte bestätigt, dass er mit der ukrainischen Regierung eine neue Kreditanleihe für 14 Monate vereinbart hätte. Diese Summe der Finanzierung entspreche 3,9 Milliarden Dollar (etwa 3,4 Milliarden Euro). Der Fonds teilte mit, er beabsichtige, das neue Programm für die Ukraine im laufenden Jahr nach der Verabschiedung des Staatsbudgets in der Ukraine für das Jahr 2019 zu billigen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Petro und der Wolf“: Wie die Ukraine Opfer des IWF wurde
    IWF fordert Antikorruptionsgericht in der Ukraine
    Verschleppte Reformen: IWF setzt neue Kreditrate für Ukraine aus
    Keine Kredit-Gespräche: IWF lässt Ukraine hängen
    Tags:
    Gewinnsteuer, Kapitalausfuhrsteuer, Default, Finanzsystem, Staatsbankrott, Stabilität, ukrainisches Finanzministerium, Internationaler Währungsfonds (IWF), Ukrainische Regierung, Werchowna Rada, Wladimir Groisman, Kiew, Ukraine