03:28 11 Dezember 2018
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    Logo von Goldman Sachs bei Börse in New York (Archivbild)

    Banken-Skandal: „Goldman Sachs“ raubt 3 Milliarden US-Dollar von Malaysia

    © AP Photo / Richard Drew
    Wirtschaft
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    Alexander Boos
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    Hochrangige Banker von Goldman Sachs sollen aus dem Staatsfonds Malaysias insgesamt mehr als drei Milliarden Dollar entwendet haben. „Es gibt Beweise, dass Goldman Sachs Dinge getan hat, die falsch sind“, sagte der malaysische Regierungschef Mahathir Mohamad im nationalen TV. Die US-Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen die Bank.

    „Es gibt Beweise, dass Goldman Sachs Dinge getan hat, die falsch sind“, sagte Malaysias Regierungschef Mohamad einem Fernsehsender in einem Interview, wie die „Süddeutsche  Zeitung“ schreibt. Offensichtlich sei der asiatische Insel-Staat von Goldman-Sachs-Bankern „betrogen“ worden. Die Verfahren der US-Bank zur Überwachung der Regeln würden „nicht sehr gut“ funktionieren, sagte er. Ein Goldman-Sachs-Sprecher in Hongkong wollte sich zu dem Interview nicht äußern.

    „Anfang November wurde bekannt, dass die US-Staatsanwaltschaft Klage gegen zwei Goldman-Sachs-Banker und einen dubiosen malaysischen Geschäftsmann eingereicht hatte“, berichtet dazu das „Handelsblatt“. „Einer der beiden (Banker, Anm. d. Red.), der deutschstämmige Tim Leissner, hat sich bereits schuldig bekannt, Gelder gewaschen und ausländische Regierungsmitarbeiter bestochen zu haben. Der andere, Roger Ng, wurde in Malaysia festgenommen. (…) Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Bankern vor, gemeinsam mit Geschäftsmann Jho Low knapp drei Milliarden Dollar aus dem Staatsfonds entwendet zu haben. Mit einem Teil dieser Summe sollen sie sich selbst bereichert haben.“ Low scheine aktuell in China untergetaucht.

    David Salomon, erst seit Monaten im Amt als Chef der New Yorker Investmentbank Goldman Sachs, stehe nun vor einer gewaltigen Herausforderung, so das Blatt. Goldman stelle sich nun auf „erhebliche Strafzahlungen und andere Sanktionen“ ein, wie das Wall-Street-Haus einen Tag nach der Bekanntgabe der Klagen in einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht mitteilte.

    Goldman Sachs hatte in den Jahren 2012 und 2013 in drei Schritten Anleihen im Wert von 6,5 Milliarden Dollar für das sogenannte „1MDB-Portfolio“ an Malaysia gegeben und dadurch rund 600 Millionen Dollar an Gebühren kassiert. Der malaysische Finanzminister Lim Guan Eng erwartet laut Medienberichten nun, dass die US-Bank diese Summe in voller Höhe zurückerstatte. Die Goldman-Aktie brach allein am Montag um 7,5 Prozent ein.

    „Nicht nur in Malaysia und in den USA laufen im Zusammenhang mit 1MDB Korruptions- und Geldwäscheuntersuchungen, sondern auch in der Schweiz, Singapur und möglicherweise auch in anderen Ländern“, so das „Handelsblatt“. Wie aus Gerichtsdokumenten hervorgehe, solle noch ein weiterer Goldman-Sachs-Partner in den Skandal verstrickt sein. Medien zufolge wurde er mittlerweile suspendiert.

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    Tags:
    Skandal, Affäre, Banken, Bank, Bankensektor, Geld, Goldman Sachs, USA, Malaysia