16:34 15 Dezember 2018
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    Deutsche Industrie warnt vor „desaströsem“ Brexit

    © AFP 2018 / Christof Stache
    Wirtschaft
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    Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie Dieter Kempf hat vor gravierenden Folgen eines ungeordneten EU-Austritts Großbritanniens für Firmen und Arbeitsplätze gewarnt. Dies berichtet die Agentur Reuters am Samstag.

    „Ein harter Brexit wäre desaströs. Er brächte in Europa Zehntausende von Unternehmen und Hunderttausende von Arbeitnehmern auf beiden Seiten des Ärmelkanals in größte Schwierigkeiten“, zitiert Reuters Kempf.

    „Insbesondere die Branchen Fahrzeug- und Flugzeugbau, Chemie und Pharma sowie Maschinenbau und Elektroindustrie wären stark betroffen, aber auch viele Dienstleistungen, von Banken bis Tourismus“, so Kempf weiter.

    Er rief die deutschen Unternehmen dazu auf, sich auf ein ungeordnetes Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union vorzubereiten. Darüber hinaus appellierte Kempf an die britische Regierungschefin, Theresa May, jetzt Kurs zu halten – auch wenn die Ratifizierung des Austrittsabkommens sehr unsicher sei. Die Abgeordneten im britischen Parlament müssten sich ihrer großen Verantwortung bewusst sein. Neuverhandlungen seien kein Ausweg.

    Die britische Regierung und die EU hatten sich auf einen Entwurf für ein Brexit-Abkommen geeinigt.

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    Laut Reuters kann sich May allerdings nicht auf eine sichere Mehrheit im Unterhaus stützen. Abgeordnete ihrer Konservativen Partei hätten bereits angekündigt, gegen das Abkommen zu stimmen. Zudem drohe May ein Misstrauensvotum im Parlament.

    Zuvor war berichtet worden, dass Großbritanniens Brexit-Minister Dominic Raab und der nordirländische Staatssekretär Shailesh Vara ihren Rücktritt aus Protest gegen den Brexit-Vertragsentwurf verkündet hatten. Raab schrieb via Twitter, er könne nicht mit gutem Gewissen die Bedingungen unterstützen, die hinsichtlich des Deals mit der EU gelten würden. Ihm zufolge bedrohen die in Bezug auf Nordirland geltenden Bedingungen die Integrität Großbritanniens. Zudem sei er dagegen, dass die EU das Vetorecht beim Austritt Großbritanniens habe.

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    Tags:
    Brexit, Wirtschaft, Industrie, Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), EU, Dieter Kempf, Theresa May, Europa, Großbritannien, Deutschland