08:48 17 Dezember 2018
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    VW-Fahrzeuge in Bremerhaven, Deutschland

    Gericht: VW muss betrogenem Diesel-Fahrer vollen Kaufpreis zurückzahlen

    © AFP 2018 / Patrik Stollarz
    Wirtschaft
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    Das Landgericht Augsburg hat VW einem Zeitungsbericht zufolge dazu verurteilt, einen sechs Jahre alten Diesel-Golf mit Betrugssoftware zurückzunehmen - ohne dass der Käufer für die Zeit eine Nutzungsentschädigung zahlen muss.

    In dem Urteil, das FOCUS Online vorliegt, wird Volkswagen auferlegt, die Kaufsumme von 29.907 Euro zuzüglich Zinsen zu erstatten. Der Käufer muss dafür seinen 2012 erworbenen Golf 1.6 TDI zurückgeben. Das ungewöhnliche an diesem Urteil sei, wie die klageführende Anwaltskanzlei KMP3G aus München betont: Die eigentlich übliche Nutzungsentschädigung für die Zeit, in der der Wagen gefahren wurde, muss der Kläger diesmal nicht zahlen.

    Die Klage richtete sich sowohl gegen den Händler als auch gegen Volkswagen selbst, wie FOCUS Online weiter schreibt. Das Gericht gestand dem Käufer des Golf ein Recht auf Schadenersatz zu, weil VW sich durch den Abgasbetrug eines "massenhaften sittenwidrigen Verhaltens" (Paragraph 826 BGB) schuldig gemacht habe.

    Dieses Urteil komme zwar für den ersten Schwung des vom VW Abgasskandal betroffenen Autobesitzers mit EA 189 Motor spät, aber nicht zu spät, zitiert das Magazin den Rechtsanwalt Markus Klamert von KMP3G.

    „Viele 100 Verfahren sind noch in der Verhandlung und können durch dieses Urteil zu besseren Ergebnissen geführt werden. Besonders interessant aber ist dieses Urteil für die zweite noch nicht verjährte Welle des VW Abgasskandals, die die 3,0 l Motoren des VW/Audikonzerns betreffen, insbesondere beim Audi A4, A6, A7,A8, Q5, SQ5 und Q7."

    VW erkennt Abgas-Betrug nach wie vor nicht an. Daher haben die betrogenen Diesel-Besitzer nach Darstellung des Konzerns auch keinen Anspruch auf Schadenersatz.

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    VW-Konzern, Deutschland