01:14 12 Dezember 2018
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    Eine Mitarbeiterin des Darmstaedter Pharmakonzerns Merck (Archiv)

    Wie Merck antirussische US-Sanktionen erfolgreich bekämpft – CEO König

    © AP Photo / MERCK
    Wirtschaft
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    Nikolaj Jolkin
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    Da nach den ersten Sanktionen verschiedene Produkte nicht mehr nach Russland eingeführt werden durften, haben die russische Regierung und Merck Russia schnell reagiert und neue Importquellen sowohl vor Ort als auch im Ausland erschlossen, sagte Jürgen König, Generaldirektor der Firma. Es kamen Produkte aus Asien, Südamerika und dem Nahen Osten.

    „Zuerst waren die Regale in den Supermärkten eine Woche lang nicht ganz voll“, schilderte er im Sputnik-Gespräch die damalige Situation. „Dann konnten wir durch unser Business in der Biowissenschaft und Hochleistungswerkstoffe feststellen, dass die lokale Industrie im Bereich Speisen und Getränke sehr schnell reagiert hat. Sie hat die Mengen der Produktion sehr schnell erhöht, aber auch die Qualität. Und Merck hat russischen Betrieben dabei geholfen.“

    Jürgen König präsentiert Schaumwein mit dem Candurin-Effekt
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Jürgen König präsentiert Schaumwein mit dem Candurin-Effekt

    König fuhr fort: „Wir boten Geräte und Chemikalien von unserer Life Science an und lieferten durch unsere Performance Materials auch spezielle Pigmente. Insofern haben die Sanktionen in den Bereichen Lebensmittel und Kosmetik Russland nur geholfen, weil jetzt vor Ort mehr produziert wird. Und Merck hilft seinen Kunden, die Qualität zu verbessern, nicht nur mit Chemikalien, sondern auch mit Geräten z.B. zur Wasserfilterung und anderen mehr.“

    Als Wissenschafts- und Technikunternehmen mit Forschungszentren in den USA, Europa und Asien unterhält Merck Produktionsstätten weltweit. „Was wir in Russland z.B. im Bereich der Medizin anbieten“, so König, „haben wir hier lokalisiert oder sind dabei, zu lokalisieren, weil Transfer von Know-how im pharmazeutischen Bereich sehr teuer ist. Das gilt auch für die lokale Biotechnologie.“

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    Mit der Lokalisierung ging es bereits zwischen 2011 und 2012 los, erläuterte der Präsident und Generaldirektor von Merck Russia. „Wenn man an staatlichen Ausschreibungen teilnehmen will, sollte man lokalisiert haben. Das ist auch Teil unserer Strategie, die gut läuft. Allerdings haben wir uns entschieden, hier nicht noch eine Fabrik aufzubauen. Aufgrund der vorhandenen Kapazitäten im Land selbst haben wir uns zwei Partner ausgesucht, die für uns herstellen. Und das Projekt läuft hervorragend.“

    • Jürgen König präsentiert Spitzenwerk, das man essen kann
      Jürgen König präsentiert Spitzenwerk, das man essen kann
      © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    • In Petersburg hergestellte Pralinen mit dem Candurin-Effekt
      In Petersburg hergestellte Pralinen mit dem Candurin-Effekt
      © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    • Jürgen König präsentiert Tabletten, die man nicht fälschen kann
      Jürgen König präsentiert Tabletten, die man nicht fälschen kann
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    Jürgen König präsentiert Spitzenwerk, das man essen kann

    „Pharmstandard“ sei im Bereich der Biotechnologie tätig und „Nanolek“ im Bereich der klassischen Medizin, fügte König hinzu. „Wir haben vorgeschlagen, dass wir in Russland den,Tag der Prädiabetes‘ einführen. Damit können wir der Bevölkerung helfen, wenn sie sich frühzeitig bewusstwird, wie man leben soll und was man machen kann, damit es nicht schlimmer wird.“

    Im Bereich der Fruchtbarkeit hat das Darmstädter Unternehmen Merck weltweit große Erfolge. Der Top-Manager führte aus: „2,5 Millionen Babys haben wir mit auf die Welt geholfen. In Russland haben zurzeit 2,5 Millionen Ehepaare Schwierigkeiten, Kinder zu zeugen. Die Wachstumsrate ist für Russland sehr wichtig. Insofern können wir bei Merck auch hier unseren Beitrag leisten.“

    Jürgen König regte dann an: „Im Life-Science-Geschäft haben wir verschiedene Allianzen gebildet, und nicht nur in Kaluga oder in der Staatlichen Universität des Fernen Ostens, sondern auch in Moskau, Nowosibirsk und St. Petersburg, wo wir Herstellern, die die Biotechnologie verwenden, behilflich sein können. Wir haben das ganze Know-how transferiert. Vor einem Jahr haben wir ein Labor bei Technopolis eingeweiht, in dem unsere Kunden mit Hilfe von Merck verschiedene Prozesse in der Forschung durchführen können.“

    Der Merck-Generaldirektor Russia verwies auch auf andere Produkte im Bereich Hochleistungswerkstoffe. „Das geht hin bis zum Coating, das für die Automobile sehr wichtig ist. Dieses Beschichten kann auf Plastik, Leder, Papier, für Wandtapeten verwendet werden.“ Dabei demonstriert er eine Champagnerflasche und Schokolade, denen Candurin, eine mineralische, nichtkünstliche Perlglanzpigmente mit einer Gold- oder Silberfarbe, einen ganz neuen Scheineffekt gibt.

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    Tags:
    Medizin, US-Sanktionen, Bekämpfung, Merck, Russland