02:50 14 Dezember 2018
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    Das Gebäude der Agentur für Arbeit in Wiesbaden

    Deutschland verliert mehr als 100.000 Jobs durch E-Autos – Studie

    © AFP 2018 / DPA/Arne Dedert
    Wirtschaft
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    Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werden in Deutschland durch die Umstellung von Verbrennungs- auf Elektromotoren Zehntausende Jobs verschwinden. Darüber hinaus dürften der Wirtschaft auch Milliarden Euro verloren gehen.

    „Im Jahr 2035 werden knapp 114.000 Plätze aufgrund der Umstellung auf den Elektroantrieb bei Pkws verloren gegangen sein“, so IAB am Mittwoch. Der Wirtschaft dürften bis dahin rund 20 Milliarden Euro verloren gehen, was rund 0,6 Prozent des realen Bruttoinlandsproduktes entspreche.

    Die IAB-Untersuchung geht nun davon aus, dass allein im Fahrzeugbau 83.000 Arbeitsplätze wegfallen. „Andere Branchen geraten ebenfalls in Mitleidenschaft und müssen über 30.000 Stellen abbauen“, zitiert Reuters IAB. Zugleich dürften fast 16.000 neue Jobs geschaffen werden, etwa im Bauwesen, bei Stromversorgern oder in Teilen des Dienstleistungsbereiches und des Verarbeitenden Gewerbes. Von der Elektrifizierung des Antriebsstrangs werden vor allem Fachkräfte negativ betroffen sein, hieß es.

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    In den kommenden Jahren dürfte die Umstellung auf E-Mobilität zunächst positive Folgen haben — etwa durch die notwendigen zusätzlichen Investitionen der Autobranche, die Bauausgaben in die Ladeinfrastruktur und die Neuausrüstung des Stromnetzes. Langfristig dominiere aber der steigende Importbedarf an Elektroautos und Traktionsbatterien. Gedämpft werde dieser negative Effekt dadurch, dass sich der Kraftstoffbedarf ändere — weg von ausländischem Mineralöl hin zu heimischem Strom.

    Laut Reuters versucht die Bundesregierung, die Batteriezellproduktion nach Deutschland zu bringen, um Jobverluste in größerem Stil zu verhindern. Auch sie befürchtet, dass in der heimischen Autobranche Zehntausende Stellen wegfallen werden, wenn der Antrieb künftig nicht mehr selbst produziert wird wie bei Verbrennungs- und Dieselmotoren, sondern in Asien zugekauft wird. Das Wirtschaftsministerium stellt deshalb als Anschubfinanzierung eine Milliarde Euro zur Verfügung. Ressortchef Peter Altmaier rechnet ab 2021 mit dem Start der Batteriezellenproduktion in Deutschland. Derzeit wollen sich mehrere Konsortien bilden.

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    Zuvor war berichtet worden, dass die VW-Tochter Audi innerhalb der nächsten fünf Jahre Milliarden Euro in Digitalisierung investieren will. Ein ambitiöses Ziel hat sich das Unternehmen gesteckt – nämlich Premiumhersteller für Elektroautos zu sein. Mit seinem Verkaufsziel mit rund 800.000 vollelektrischen und Hybrid-Fahrzeugen (etwa ein Drittel der gesamten Produktion) will das Unternehmen zur führenden Premiummarke für E-Autos werden.

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    Tags:
    Arbeitsplätze, Job, Wirtschaft, Elektromobil, E-Auto, Deutschland