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22:23 21 August 2019
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    Rusnano-Chef Anatoli Tschubais

    Rusnano-Chef wirft Russen Undankbarkeit gegenüber Oligarchen vor

    © RIA Novosti . Aleksei Filippow
    Wirtschaft
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    Anatoli Tschubais, der prominente russische Politiker und Chef des Nanotechnologiekonzerns Rusnano, hat seinen Landsleuten Undankbarkeit gegenüber den Oligarchen vorgeworfen: Diese hätten nämlich das Land wiederaufgebaut.

    Bei einem Geschäftsforum bezeichnete Tschubais die russische Gesellschaft als „infantil“ und beklagte, dass sie den Geschäftsleuten in den 25 Jahren kein einziges Mal gedankt habe.

    „Das Business hat das Land wiederaufgebaut. Es hat die hoffnungslos verfallenen sowjetischen Unternehmen wiederhergestellt, den Menschen ihre Löhne zurückgegeben, das Budget mit Geld gefüllt. Es hat Quellen dafür geschaffen, dass unsere Intelligenz Mittel zur Unterstützung von Kultur, Wissenschaft und Bildung erhält“, so der Rusnano-Chef.

    Und all das sei denjenigen zu verdanken, die von der Gesellschaft als „Oligarchen“ bezeichnet würden. Ein anderes Wort habe sich man nicht einfallen lassen, beklagte Tschubais weiter.

    Man sollte laut dem Politiker nicht damit rechnen, dass das russische Volk „heranreifen“ und den großen Geschäftsleuten danken werde.

    Auch der Staat selbst schulde dem Business ein großes Dankeschön. „Anfangen sollte man damit, das große Geschäft zu rehabilitieren, ihm Danke zu sagen, es zu belohnen, es anzuspornen, die heldenhaften Erfolge zu zeigen, die Zehn- und Hunderttausende russische Unternehmer vollbracht haben, sie zu wahren Helden unserer Zeit zu machen.“ Der Staat werde dies aber ebenfalls nicht tun.

    Im November 1991 war Tschubais zum Vorsitzenden des Staatlichen Komitees der Russischen Föderation für die Verwaltung des Staatsvermögens ernannt worden. In dieser Funktion erarbeitete er gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Jegor Gaidar ein Privatisierungsprogramm. Im Zuge dieser Privatisierung ging der Großteil des staatlichen Eigentums Russlands in die Hände privater Personen über, was die Entwicklung der Unternehmerschaft und des freien Markts förderte.

    Wie eine Befragung des Meinungsforschungsunternehmen WZIOM ergab, hatten im Jahr 1991 43 Prozent der Russen geglaubt, dass die Privatisierung die Verteilung des Geldes im Lande gerechter machen würde. Doch Kritiker der damaligen Wirtschaftsreformen verweisen darauf, dass sich das Kapital stattdessen in den Händen einzelner Unternehmer konzentrierte und sich die Spaltung der Gesellschaft vertiefte.

     

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    Tags:
    Geschäft, Oligarchen, Anatoli Tschubais, Russland