02:42 19 September 2020
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    Die deutsche Wirtschaft ist im Dezember so schwach gewachsen wie seit vier Jahren nicht mehr, wie das Institut IHS Markit am Freitag zu seiner monatlichen Umfrage unter Hunderten Firmen mitteilte.

    Demnach ist der gemeinsame Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister um 0,1 auf 52,2 Punkte gefallen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten mit einem Anstieg auf 52,5 Zähler gerechnet. Das Barometer hielt sich aber über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

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    „Dass der Auftragseingang nahezu stagnierte und sich auch der Ausblick weiter eintrübte, deutet darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft ohne Dynamik ins neue Jahr startet“, zitiert Reuters den Markit-Ökonomen Phil Smith.

    „Was für ein Gegensatz im Vergleich zum Jahresende 2017: Die damalige Befürchtung, die Konjunktur könne überhitzen, wurde verdrängt von der Besorgnis über eine zunehmende politische Unsicherheit, Handelsstreitigkeiten und eine angeschlagene Autoindustrie“, so Smith weiter.

    Das Exportneugeschäft schrumpfte bereits den vierten Monat in Folge, hauptsächlich wegen der Einbußen in der Industrie. „Zu schaffen macht den Industriebetrieben eigenen Angaben zufolge neben der Ausgabenzurückhaltung ausländischer Kunden auch die rückläufige Nachfrage aus China“, erklärte das Institut. Dennoch stellten die Unternehmen weiter Mitarbeiter ein.

    Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel überraschend um 0,3 auf 51,5 Punkte. Das ist der schlechteste Wert seit knapp drei Jahren. Das Barometer für die Dienstleister sank um 0,8 auf 52,5 Punkte und damit auf ein Sieben-Monats-Tief.

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    Zuvor war berichtet worden, dass deutsche Ökonomen für das Land ein schwaches Konjunkturjahr 2019 vorausgesagt hatten. Sowohl das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) als auch die Commerzbank-Volkswirte sind demnach der Meinung, dass das kommende Jahr für die deutsche Wirtschaft sehr schwach ausfallen wird. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte dann nur noch um 1,2 Prozent wachsen und damit so langsam wie seit 2013 nicht mehr, so die Agentur Reuters am 3. Dezember unter Verweis auf Experten der beiden Institute.

    2017 hatte es noch für 2,2 Prozent gereicht, für das dem Ende zugehende Jahr werden 1,5 Prozent erwartet. Die Bundesregierung rechnet sowohl für dieses als auch für nächstes Jahr mit 1,8 Prozent.

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