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07:01 23 September 2019
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    Die ehemalige Regierungschefin der Ukraine Julia Timoschenko (Symbolbild)

    Trotz EU-Milliardenhilfe: So arm ist die Ukraine wirklich

    © Sputnik / Alexej Witwitskij
    Wirtschaft
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    Die Ukraine gilt laut dem letzten IWF-Bericht als das ärmste Land Europas. Dies hat nun auch die Chefin der Partei „Batkiwschtschina“ („Vaterland“) Julia Timoschenko bestätigt. Unter anderem bemängelte sie die im Vergleich zu 2014 dramatisch gestiegene Armutsrate und die wachsenden Auswanderungsstimmungen.

    Am Dienstag, dem Tag der Migration, wies Präsidentschaftskandidatin Timoschenko auf die Probleme ihres Landes hin. „58,7 Prozent der ukrainischen Bevölkerung haben Einkommen, die weit unten dem Durchschnitt liegen. Bei 30,5 Prozent liegt das Einkommen sogar unter dem Existenzminimum. Wir sind offiziell das ärmste Land der Region und des Kontinents“, schrieb sie auf Facebook. Sie fügte hinzu, dass zirka eine Million Ukrainer im vergangenen Jahr das Land verlassen hätten, und das nur nach offiziellen Angaben des Außenministeriums. Weitere drei Millionen seien bereit, in naher Zukunft aus der Ukraine auszuwandern.

    Früher hatte die Leiterin der für die Ukraine, Weißrussland und Moldau zuständigen Abteilung der Weltbank, Satu Kahkonen, berichtet, dass die Anzahl der unter der Armutsgrenze lebenden Ukrainer seit fünf Jahren erheblich zugenommen hätte. 2014 hätten nur 15 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze gelebt, heute seien es 25 Prozent. Um das zu ändern, bräuchte die Ukraine dringende Reformen, vor allem am Grundstücksmarkt, damit ein Antrieb zu besseren Lebensstandards entstehe, so Kahkonen. Das wirtschaftliche Potenzial der Ukraine schätzte sie höher ein als das von Ländern wie Polen, Rumänien, Georgien und Indonesien.

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    Außerdem erwähnte sie, dass die Weltbank seit 2014 mehr in die Ukraine investiert habe als in irgendein anderes Land der Welt. Vor kurzem hat die Weltbank der Bereitstellung von weiteren Finanzgarantien für Kiew in Höhe von 750 Millionen US-Dollar zugestimmt. 

    Im November hatte die Ukraine mit der EU eine weitere Makrofinanzhilfe in Höhe von einer Milliarde Euro zur Modernisierung des Landes vereinbart. Laut dem Chef des EU-Büros in der Ukraine, Hugues Mingarelli, hatte die EU seit 2014 der Ukraine über 10 Milliarden Euro bereitgestellt.

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    Faktencheck:

    In der Ukraine leben derzeit circa 42 Millionen Menschen.

    Der aktuelle Durchschnittslohn beträgt laut dem Finanzministerium etwa 8529 Hrywnja (umgerechnet 270 Euro).

    Das Existenzminimum liegt dabei bei 1853 Hrywnja (umgerechnet 58 Euro).

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    Tags:
    Grundstück, Finanzen, Armutsgrenze, Armut, Modernisierung, Reformen, Facebook, Außenministerium der Ukraine, Weltbank, EU, Julia Timoschenko, EU, Moldau, Rumänien, Polen, Indonesien, Georgien, Weißrussland, Kiew, Ukraine