18:57 05 April 2020
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    Eine niederschmetternde Nachricht für die deutsche Wirtschaft: Sollte Großbritannien die EU ohne Freihandelsabkommen verlassen, würde dieser „harte Brexit“ allein die bayerische Wirtschaft mehrere Milliarden Euro kosten. Das hat eine aktuelle Studie des Ifo-Instituts ergeben.

    Ein harter Brexit würde die Wirtschaftsleistung Bayerns langfristig um mindestens 1,4 Milliarden Euro pro Jahr schmälern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Münchner Ifo-Instituts im Auftrag der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern. IHK-Präsident Eberhard Sasse gibt sich besorgt:

    „Eine EU ohne die Briten ist ein großer Verlust für den Binnenmarkt und ein schwerer Rückschlag für die Idee der europäischen Integration. Aufgrund ihrer starken internationalen Verflechtung ist die Wirtschaft im Freistaat besonders vom Brexit betroffen.“

    2017 exportierte Bayern Waren im Wert von 13,8 Milliarden Euro ins Vereinigte Königreich, das damit auf Platz vier der Top-Exportpartner des Freistaats lag. Im Gegenzug importierte Bayern Waren für 6 Milliarden Euro aus dem Vereinigten Königreich.

    Laut dem Studienautor Gabriel Felbermayr vom Ifo-Institut in München sei in den Zahlen der Studie jedoch noch nicht berücksichtigt, dass der Brexit auch die internationale Verhandlungsmacht der EU verringere:

    „Das schwächt unsere Position gegenüber China und den USA. Außerdem verschiebt der Brexit die Machtbalance in der EU vom Norden in den Süden, was die Unterstützung für den Freihandel in Europa schwächen könnte.“

    Das bedeute für die bayerische Exportwirtschaft nichts Gutes, ist sich Felbermayr sicher.

    Deutlich geringer würden laut Studie die negativen Folgen für die bayerische Wirtschaft ausfallen, wenn der Austritt an ein weitreichendes Freihandelsabkommen mit der EU gekoppelt wäre. In diesem Fall läge der Wertschöpfungsverlust für Bayern langfristig bei 535 Millionen Euro pro Jahr. IHK-Präsident Sasse betont die weitreichenden Auswirkungen des Brexit auf die Produktionsprozesse der Betriebe:

    „Die Wertschöpfungsketten sind längst international. Bestes Beispiel dafür ist die starke bayerische Automobilindustrie, bei der viele Güter und Produkte mehrmals die Grenzen passieren. Ein Austritt des Vereinigten Königreichs bringt die gewachsenen Produktionsabläufe deshalb ernsthaft ins Wanken und stellt die Unternehmen vor große Herausforderungen.“

    Wichtig sei deshalb für die Betriebe, dass auch nach dem Brexit ein verbindliches Regelwerk und Planungssicherheiten vorlägen.

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    Tags:
    Autoindustrie, EU-Ausstieg, Freihandelsabkommen, Euro, Brexit, Europäische Union, IHK, ifo-Institut, Zollunion, EU, Gabriel Felbermayr, Vereinigtes Königreich, München, Bayern, Großbritannien, Deutschland