04:01 22 April 2019
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    Discounter in Krise: Aldi Nord schreibt in Deutschland Verluste

    © AFP 2019 / KRISTOF VAN ACCOM / BELGA
    Wirtschaft
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    Der Discounter Aldi Nord ist 2018 nach eigenen Angaben im Handelsgeschäft in Deutschland in die roten Zahlen geschlittert. Die Leitung des Unternehmens will nun mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm den Kurs ändern.

    Der neue Vorstandschef des Konzerns, Torsten Hufnagel, will mit neuen Investitionen das Ruder herumreißen, so die Agentur Reuters am Donnerstag unter Verweis auf einen Sprecher des Familienunternehmens.

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    Demnach geht es um eine „signifikante Wachstumsstrategie in Europa“ mit Investitionen über mehrere Jahre verteilt in Personal, Ausbildung, Qualität und Standorte. Die „Lebensmittelzeitung“ und das „Manager Magazin“ hatten zuvor berichtet, Aldi Nord habe in Deutschland erstmals Verluste geschrieben und rechne auch 2019 mit einem Minus. Trotz eines einprozentigen Umsatzanstieges hätten die gestiegenen Kosten für die Modernisierung des Unternehmens das Ergebnis erstmals im Heimatmarkt unter die Null-Linie gedrückt.

    Die 2017 angekündigten Investitionen für die kommenden drei Jahre von mehr als fünf Milliarden Euro reichten für den Konzernumbau den Berichten zufolge bei weitem nicht aus.

    „Die Gesellschafter tragen den Kurs mit und sind bereit, in das Unternehmen zu investieren“, zitierte die „Lebensmittelzeitung“ Hufnagel, der seit September die Unternehmensgruppe Aldi Nord führt. Die Finanzierung der Investitionen erfolge aus dem Cashflow und den Rücklagen sowie über Gesellschaftereinlagen.

    Nach Angaben des Portals spiegel.de steht in der Bilanz für 2018 für den Heimatmarkt unter dem Strich ein zweistelliges Millionendefizit. Der Gewinn des Discounters nach Steuern hatte sich demnach im Kernmarkt bereits 2017 auf rund 200 Millionen Euro halbiert. 2018 werde Aldi Nord nur dank der Gewinne einiger Auslandstöchter insgesamt noch eine schwarze Null schreiben, hieß es.

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    Zuvor war berichtet worden, dass deutsche Ökonomen für das Land ein schwaches Konjunkturjahr 2019 vorausgesagt hatten. Sowohl das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) als auch die Commerzbank-Volkswirte sind demnach der Meinung, dass das kommende Jahr für die deutsche Wirtschaft sehr schwach ausfallen wird. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte dann nur noch um 1,2 Prozent wachsen und damit so langsam wie seit 2013 nicht mehr, so die Agentur Reuters am 3. Dezember unter Verweis auf Experten der beiden Institute.

    2017 hatte es noch für 2,2 Prozent gereicht, für das dem Ende zugehende Jahr werden 1,5 Prozent erwartet. Die Bundesregierung rechnet sowohl für dieses als auch für nächstes Jahr mit 1,8 Prozent.

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    Tags:
    Geschäfte, Verluste, Investitionen, Aldi, Europa, Deutschland