Widgets Magazine
23:24 20 August 2019
SNA Radio
    Ein Kaufland-Kunde (Archivbild)

    Kaufland schmeißt in Deutschland alle Unilever-Produkte aus Regalen

    © AP Photo / Felix Kaestle
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    383629

    Der Preiskampf zwischen der Handelskette Kaufland und dem Konzern Unilever eskaliert. Nun plant der Supermarkt sämtliche Produkte – von beliebten Lebensmitteln bis Kosmetik- und Haushaltswaren – aus seinem Sortiment in Deutschland zu nehmen, wie Kaufland am Freitag mitteilte.

    Demnach nimmt Kaufland in seinen über 660 Filialen, in denen rund 75.000 Mitarbeiter in Deutschland tätig sind, die Produkte des Konsumgüterkonzerns Unilever dauerhaft aus den Regalen. Zum Jahresende werde die wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehörende Supermarktkette die Jahrzehnte lange Geschäftsbeziehung zu dem britisch-niederländischen Konzern in Deutschland beenden, so die Agentur Reuters am Freitag.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Diese Leckereien verschwinden aus Edeka-Regalen<<<

    „Die gegenüber Kaufland geforderten Preiserhöhungen und einseitigen Veränderungen der Geschäftsbedingungen hätten zu erheblichen Erhöhungen der Verkaufspreise geführt, die über marktübliche Preise hinausgegangen wären“, zitiert Reuters die von Kaufland getroffene Entscheidung.

    Betroffen seien bei Kaufland in Deutschland die Marken Knorr, Mondamin, Pfanni, Bertolli, Unox, Lipton, Ben & Jerry’s, Langnese, Magnum, Coral, Viss, Domestos, Dove, Rexona, Duschdas, Signal sowie Axe.

    Ausgewählte Eisprodukte von Magnum, Cremissimo und Viennetta sind weiterhin erhältlich.

    Die Forderungen von Unilever seien nicht zu akzeptieren, daher habe Kaufland konsequent reagieren müssen, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Als Branchenprimus nutze der Konzern seine „herausragende Marktposition, um Einfluss auf den Einzelhändler zu nehmen und die eigenen Erträge noch weiter zu optimieren.“

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Discounter in Krise: Aldi Nord schreibt in Deutschland Verluste<<<

    Um der starken Position Unilevers gegenüberzutreten, habe Kaufland auch in Tschechien, der Slowakei, Kroatien, Polen, Rumänien und Bulgarien mehrere Marken des Konzerns aus dem Sortiment genommen. Kaufland ist international tätig und beschäftigt mit insgesamt über 1270 Filialen rund 140.000 Mitarbeiter in sieben Ländern.

    Am Donnerstag war berichtet worden, dass die Supermarktkette Edeka mitten im Weihnachtsgeschäft beliebte Produkte von drei Marken aus dem Verkauf genommen hatte. Betroffen sind Mars, Red Bull und Heineken, wie die „Lebensmittel Zeitung“ mitteilte. Somit wolle Edeka das Weihnachtsgeschäft nutzen, um im nächsten Jahr bessere Lieferkonditionen zu erhalten, hieß es. Boykottiert werden insgesamt  56 Artikel, darunter M&M‘s, Snickers und Amicelli. Auch Tiernahrung wie Pedigree wird nicht mehr vertrieben.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Produkt, Deutschland