17:19 16 Juni 2019
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    EZB-Zentrale in Frankfurt am Main (Archivbild)

    Mehrheit der deutschen Unternehmen verlangt EZB-Zinswende

    © REUTERS / Kai Pfaffenbach
    Wirtschaft
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    Deutsche Unternehmen fordern von der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Zinserhöhung. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des deutschen Meinungsforschungsinstituts Forsa hervor.

    Demnach haben sich 62 Prozent der Firmen in der Reuters vorliegenden neuen Forsa-Umfrage für eine Zinswende in den kommenden Jahren ausgesprochen.
    27 Prozent plädierten für die Fortsetzung der bisherigen EZB-Politik. Die Umfrage wurde im Auftrag der Beratungsgesellschaft EY, der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und des Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) erstellt und soll am Montag vorgestellt werden.

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    Die Mehrheit der Unternehmen befürchtet zudem eine neue Finanzkrise in der Euro-Zone durch Italien. 68 Prozent sehen die hohe Neuverschuldung des Landes als großes Problem. Die Euro-Rettungspolitik der vergangenen Jahre, die auch mit übernommenen Haftungsrisiken verbunden war, sehen jedoch 83 Prozent der Befragten positiv. 56 Prozent lehnen es sogar ab, dass Deutschland eigene wirtschaftspolitische Interessen stärker gegen die EU-Partner durchsetzen sollte.

    Als größte Risiken in Europa sehen die Betriebe den fehlenden Zusammenhalt in der EU, den Brexit, die Finanzpolitik und die Migration. 68 Prozent der Befragten gaben an, dass sie für ihre Unternehmen gar keine Auswirkungen des Brexits erwarten. Insgesamt sehen aber 65 Prozent Nachteile für Deutschland.

    Julie Linn Teigland von EY bezeichnete das Ergebnis der Umfrage als „erfreuliches Signal” für Europa.

    „Die deutschen Unternehmen stehen fest zu Europa und haben Vertrauen in die europäische Idee und die europäischen Institutionen”, zitiert Reuters Teigland.

    Forsa hatte nach eigenen Angaben vom 22. November bis 7. Januar Führungskräfte von 400 privaten Unternehmen befragt.

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    Zuvor war berichtet worden, dass deutsche Ökonomen für das Land ein schwaches Konjunkturjahr 2019 vorausgesagt hatten. Sowohl das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) als auch die Commerzbank-Volkswirte sind demnach der Meinung, dass das kommende Jahr für die deutsche Wirtschaft sehr schwach ausfallen wird. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte dann nur noch um 1,2 Prozent wachsen und damit so langsam wie seit 2013 nicht mehr, so die Agentur Reuters am 3. Dezember unter Verweis auf Experten der beiden Institute.

    2017 hatte es noch für 2,2 Prozent gereicht, für das dem Ende zugehende Jahr werden 1,5 Prozent erwartet. Die Bundesregierung rechnet sowohl für dieses als auch für nächstes Jahr mit 1,8 Prozent.

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    Tags:
    Zinsen, Unternehmen, Konjunktur, Wirtschaft, Forsa, Europäische Zentralbank (EZB), Deutschland