22:29 23 März 2019
SNA Radio
    Auto-Werk in Deutschland (Archiv)

    AEB: Autoverkäufe in Russland 2018 stark gestiegen - Interview

    © AFP 2018 / PATRIK STOLLARZ
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    Natalia Pawlowa
    3511

    Der AEB-Autoexperte Jörg Schreiber hat im Sputnik-Gespräch die Autoverkäufe in Russland 2018 analysiert, die merklich zugenommen haben.

    Mehr als 1,8 Millionen Personenwagen und Kleintransporter seien verkauft worden, das sei ein Plus von 12,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die zehn meistverkauften Modelle seien alle im Land gebaut worden, so Schreiber.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Sanktionen gegen Russland gehören zu Risikofaktoren für die deutschen Unternehmen<<<

    „Wir hatten ein gutes Jahr 2018 mit fast 13 Prozent Zuwachs, und wir hoffen, dass der Zuwachs sich in diesem Jahr 2019 erhöht. Unsere Prognose ist 3,6 Prozent, was etwa 1,856 Millionen Fahrzeuge betragen würde. Das ist noch weit entfernt von den Zahlen, die wir 2012 hatten – 2,9 Millionen verkaufte Fahrzeuge. Also, eine lange Wegstrecke ist vor uns“, sagte Schreiber, Leiter des  Autoherstellerkomitees der Assoziation des europäischen Business (AEB) am Rande der Jahrespressekonferenz des Vereins in Moskau am Montag.

    Autowerk von AvtoVAZ in Togliatti
    © Sputnik / Mikhail Fomitchev
    Die Prognose für 2019 sieht eine Umsatzsteigerung von 3,6 Prozent vor. Das sei aber zurückhaltend, weil es viele Unsicherheitsfaktoren gebe, fügt der AEB-Autoexperte hinzu. Unsicherheitsfaktoren seien die Mehrwertsteuer, die zum Jahresbeginn um zwei Punkte auf 20 Prozent erhöht worden sei, und mögliche scharfe US-Sanktionen gegen die russische Wirtschaft. Die Sanktionen machen inzwischen keine Panik unter den Automobilherstellern, doch sie sollten berücksichtigt werden.

    „Es ist keine Anspannung da, keine Nervosität, aber wir wissen, dass es möglich ist, dass im Umfeld solcher Entscheidungen (US-Sanktionen) die Wechselkurse stark schwanken können. Das ist nicht positiv für jedes Geschäft, auch nicht für unser Geschäft. Da müssen wir abwarten, was daraus kommt. Die große Panik existiert ja nicht, weil der Einfluss (der Sanktionen) sehr indirekt ist. Dann gibt es natürlich eine kurzfristige Veränderung des Käuferverhaltens, aber das sind immer kurzfristige Schwankungen, die sich langfristig nicht auf die Nachfrage auswirken.“

    >>>Andere Sputnik-Artikel: PKW-Markt in Russland: Wie geht es den ausländischen Automarken?<<<

    Unter der Annahme, dass die Regierungspolitik und die Unterstützung des Automobilsektors unverändert bleiben, gehen die Marktteilnehmer davon aus, dass die Nachfrage im Wesentlichen stabil genug sein wird, um den Umsatz zu halten und im Laufe des Jahres Wachstum zu erzielen. Marktführer im Land blieb der russische Lada-Hersteller Avtovaz mit 20 Prozent Marktanteil. Der deutsche Autobauer Volkswagen und seine Töchter kamen auf 11,7 Prozent. Alle großen ausländischen Hersteller produzieren in Russland, die zehn meistverkauften Modelle sind also im Land gebaut worden.

    „Wir haben ein hohes Engagement  vieler Automobilmarken in Russland mit eigenen Werken. Der Markt ist groß und das war die Hauptursache, warum die Hersteller gekommen sind und hier die Autos produzieren. Jetzt ist die Motivation eine etwas andere: wo das Geld investiert ist, wo die Werke existieren, müssen sie sich auch rentieren. Die Motivation ist – hier bleiben und sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Wenn die Entwicklung so weiter geht, Schritt für Schritt, wird es hoffentlich jedes Jahr etwas leichter“, so Schreiber.

    Jörg Schreiber
    © Sputnik / Natalja Pawlowa
    Jörg Schreiber
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Markt, Auto, Sanktionen, Assoziation der europäischen Geschäftstätigkeiten (AEB), Russland