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05:35 14 Oktober 2019
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    Teilnehmer des Gaidar-Forums (Archiv)

    Roboter, Rubel, Digitalisierung, Gesundheit und Ausbildung – Themen des Gaidar-Forums

    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
    Wirtschaft
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    Die Forderung der IT-Nachwuchskräfte nach mehr Robotern zur Korruptionsbekämpfung hat der Leiter des Gaidar-Forums Wladimir Mau verworfen. Mit einer perfekten künstlichen Intelligenz ausgestattet, würden die Roboter ebenfalls Steuern hinterziehen und sich bestechen lassen, äußerte er bei einem Journalistentreffen.

    Bei dem weltweit größten Expertenforum, das in Moskau eine Woche vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos startet, soll unter anderem auch diese Frage zur Sprache gebracht werden. Vor allem aber, so Mau, wird sich die Diskussion um die Aufgaben drehen, die Russland innerhalb der kommenden fünf Jahre im Hinblick auf die globalen Trends zu bewältigen hat: Entfaltung des Humankapitals und Ausbau der Infrastruktur, schlanker Staat und Digitalisierung.

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    Wladimir Mau - Leiter des Gaidar-Forums
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Wladimir Mau - Leiter des Gaidar-Forums

    Ungeachtet der schwierigen internationalen Lage haben rund 900 ausländische Gäste ihr Kommen nach Moskau zugesagt, darunter nicht nur ehemalige Politiker, die sich inzwischen als Top-Experten etabliert haben, sondern auch aktuelle Staatslenker wie der Premierminister von Singapur Lee Hsien Loong, der italienische Wirtschafts- und Finanzminister Giovanni Tria, die französische Ministerin für Hochschulbildung und Forschung Frédérique Vidal, die Präsidentin des finnischen Parlaments Paula Sinikka Risikko u.a.m.

    Eine Besonderheit des Forums ist, dass es nicht Investoren, sondern Experten zusammenführt, also für Leute bestimmt ist, die Empfehlungen für die praktische Politik ausarbeiten. Seine Zielgruppe ist nicht die Geschäftswelt, wenngleich sie sehr stark vertreten sein wird. Auf diesem Forum kommen Experten mit Ministern in Kontakt, wobei viele Mitglieder der russischen Regierung selbst der Expertengemeinschaft entstammen, so Mau. „Sie ziehen als Experten in die Regierung ein und verlassen sie, um wieder Experten zu werden. Unser Forum versammelt Menschen, die sich über das Schicksal ihres Landes und der Welt Gedanken machen.“

    Einer der bekanntesten Teilnehmer, der Professor für Geschichte an der Columbia University Adam Tooze, unterstrich die Notwendigkeit, nationale Entwicklungsziele des jeweiligen Landes zu besprechen. „Russland gehört auch zu den Ländern, die diese Frage in ihre Agenda aufgenommen haben. Russland ist heutzutage im globalen Kontext ein durchaus wichtiges Land, darum habe ich die Einladung zum Forum gern angenommen.“

    Zu einem der Schlüsselthemen des Forums, der wirtschaftlichen Situation in Russland und der Stärke des Rubels, äußerte sich Wladimir Mau dahin gehend, sie werde von politischen Faktoren bestimmt, welche nicht allzu leicht vorherzusagen seien. „Der Rubel ist stark unterbewertet worden, laut dem Big-Mac-Index um 70 Prozent.“

    Darüber hinaus habe Russland eine ausgezeichnete Makroökonomie vorzuweisen. „Der Haushaltsüberschuss hat Ende des vergangenen Jahres rund 1,5 Prozent des BIP betragen. Die Staatsschuld ist fantastisch gering und fast ganz in der nationalen Währung nominiert. Die Inflationsrate liegt stabil niedrig. Dies alles können sich die meisten Industrieländer nur wünschen. Vor diesem Hintergrund müsste der Rubel viel mehr kosten. Es versteht sich aber, dass auf ihn politischer Druck ausgeübt wird.“

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    Adam Tooze, Professor für Geschichte an der Columbia University
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Adam Tooze, Professor für Geschichte an der Columbia University

    Gleichzeitig betonte Mau, die Exporthändler und die Regierung seien an einem billigen Rubel interessiert, da er nominal für höhere Exporterlöszahlen sorge. „Diejenigen aber, die investieren möchten und importierte Ausrüstung brauchen, sind daran nicht sonderlich interessiert, weil das die Investitionsressourcen teurer macht.“

    Das Gaidar-Forum „Russland und die Welt: nationale Entwicklungsideen und globale Trends“, das inzwischen sein 10. Bestehensjubiläum feiert, wird vom 15. bis zum 17. Januar 2019 stattfinden.

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    Tags:
    Digitalisierung, Roboter, Währung, Investitionen, Gaidar-Forum, Russland