12:26 21 Februar 2019
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    Großkonzerne zahlen in kaum einem EU-Land vollen Steuersatz – Zeitung

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    Wirtschaft
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    Fast nirgendwo in der EU zahlen große Konzerne den gesetzlich vorgeschriebenen Steuersatz. Die stärkste Abweichung wurde für Luxemburg ermittelt, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ am Dienstag unter Berufung auf eine Studie der Grünen im EU-Parlament.

    In jedem Land der Europäischen Union – mit Ausnahme Bulgariens – gibt es demzufolge massive Unterschiede zwischen der offiziell geltenden und der tatsächlich gezahlten Abgabenlast für multinationale Unternehmen.

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    Der gesetzliche Steuersatz für Unternehmen habe in Deutschland in den Jahren 2011 bis 2015 eigentlich 30 Prozent betragen, tatsächlich hätten die Konzerne nur 20 Prozent gezahlt. In Luxemburg habe der nominale Steuersatz in demselben Zeitraum bei 29 Prozent gelegen, die multinationalen Firmen hätten aber im Durchschnitt nur zwei Prozent an den Fiskus abgeführt.

    Auch in Ungarn, den Niederlanden und Österreich soll die Differenz größer als im EU-Durchschnitt sein. Die Zeitung berichtet, dass der Steuersatz laut Gesetz in den Niederlanden in den Jahren 2011 bis 2015 bei 25 Prozent gelegen habe. Der durchschnittliche effektive Steuersatz betrage aber lediglich zehn Prozent. Auch in Österreich liege der nominale Steuersatz bei 25 Prozent, gezahlt hätten die Konzerne aber nur 13 Prozent.

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    Der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Sven Giegold, forderte laut dem Blatt mehr Transparenz über die Steuerpraktiken multinationaler Unternehmen. Die EU müsse den Bürgern vor der Europawahl im Mai zeigen, dass sie etwas Wirksames gegen dubiose Steuerpraktiken auf die Reihe bekomme.

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    Konzern, Unternehmen, Firmen, Euro, Geld, Steuerhinterziehung, Steuereinführung, Steuerbehörde, Steuern, Europarlament, Europäische Union, Europa, EU-Länder, EU