14:42 18 Juni 2019
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    Goldbarren (Symbolbild)

    „Überraschend, dass der Goldpreis nicht höher steigt“ – SPUTNIK EXKLUSIV

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    Wirtschaft
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    Alexander Boos
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    Ein Finanz-Magazin für Anleger spricht von einem „Super-Kaufsignal“ beim Gold. Im exklusiven Sputnik-Interview analysiert ein erfahrener Goldmarkt-Experte, weshalb der steigende Kurs des Edelmetalls „immer noch unterbewertet ist.“ Er nennt Tipps für private Gold-Halter und Käufer und spricht über Alternativen wie Silber, Platin und Palladium.

    Die aktuellen Kurssteigerungen im Gold sieht Goldmarkt-Experte Martin Siegel von „Stabilitas Fonds“ als „überraschend schwach“ an. Das erklärte der Finanz-Analytiker aus Bad Salzuflen im Sputnik-Interview. Damit bezog er sich auf aktuelle Entwicklungen im Edelmetall-Markt, die Sputnik jüngst beleuchtete.

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    „Ich dachte, das Interesse für Gold wäre größer“, sagte er. „Vor allem weil auch die Anlage-Alternativen wegfallen. Wir haben bei steigenden Zinsen im Anleihe-Bereich gar keine Investment-Alternative. Da müsste eigentlich eher Geld frei werden, weil Anleger diesen Bereich verlassen.“ Selbst bei dem „zwar immer noch großen“ Immobilien-Sektor „wird die Luft immer dünner. Deswegen habe ich eigentlich gedacht, dass der Goldpreis als liquides Sachwert-Investment deutlicher anzieht und populärer wird.“ Auch der Aktienmarkt habe sich abgeschwächt. Das sagte auch Goldmarkt-Experte Dimitri Speck kürzlich in einem früheren Sputnik-Gespräch.

    „Kauft Gold!“

    Ein Finanz-Fachblatt für Anleger berichtete am Mittwoch über positive Vorzeichen auf dem Goldmarkt für private Gold-Interessenten. „Gold: Das Super-Kaufsignal!“, titelte „Der Aktionär“. „Der Goldpreis verharrt aktuell in einer engen Handelsspanne zwischen 1.300 Dollar auf der Ober- und 1.276 Dollar auf der Unterseite. Doch es gibt ein Kaufsignal, das den Bullen Mut machen sollte.“ Das Edelmetall sei erwacht. „Auch wenn es kurzfristig noch einen Rücksetzer geben kann, stehen die Zeichen mittelfristig auf deutlich steigende Kurse“, meinte das Magazin.

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    „Wenn es beim Gold einen Preisanstieg geben sollte, der sich etabliert“, analysierte Siegel, „dann könnte ich mir schon vorstellen, dass der Goldpreis relativ schnell über die 1.500 US-Dollar pro Unze ziehen könnte.“ Schwächelnde Alternativen wie Aktien oder Immobilien sollten den Gold-Kurs stärken.

    Silber als Alternative zum Gold

    „Wenn ich relativ wenig Geld zur Verfügung habe, dann sollte ich in Silber ausweichen“, empfahl der Finanz-Experte.

    „Silber läuft weitgehend parallel zum Gold und wird immer volatiler. Das bedeutet: Wenn der Goldpreis jetzt auf 1.500 steigen sollte – das wäre ein Anstieg von etwa 20 Prozent, dann wäre beim Silber sicherlich ein Anstieg von etwa 50 Prozent zu erwarten. Das heißt: Ich habe einfach die viel größeren Gewinnmöglichkeiten.“ Diese großen Gewinnspannen seien auch mit einem Risiko verbunden. „Wenn der Preis des Goldes nicht steigen sollte, sind die Verlustrisiken beim Silber natürlich auch höher.“

    Platin und Palladium im Vergleich

    Der Palladium-Preis sei in letzter Zeit angesichts der „Diesel-Krise“ gestiegen. „Mehr Benzin-Motoren wurden verkauft mit entsprechend höherer Palladium-Nachfrage.“ Das habe den Kurs steigen lassen. Aber der Finanz-Fachmann gab zu bedenken: „Beim Palladium sehe ich eher ein paar kurzfristige ‚Peaks‘ (Hochs, Anm. d. Red.). Aber der Preis sollte eigentlich fallen, die Produktion steigt bereits weltweit. Wenn die Nachfrage nicht weiter steigt – davon gehe ich nicht aus, dann wird der Palladium-Preis tendenziell eher wieder sinken.“

    Platin sei „langfristig unterbewertet.“ Es finde Verwendung im Automobil-Bereich „bei Katalysatoren“, im Chemie-Bereich oder teilweise auch „in der Schmuck-Nachfrage“. Daher sieht der Markt-Analytiker beim Platin langfristig einen Kurs-Anstieg, parallel zum Gold.

    Gold und Silber: Tipps für Anleger

    Siegel empfiehlt „auf jeden Fall physisches Gold. Im Krisenfall brauchen Sie einen Rettungsring und kein Zertifikat für einen Rettungsring.“ Er gab abschließende Tipps und Hinweise für Anleger.

    „Insgesamt muss man bei Investitionen in Palladium und Platin bedenken, dass hier die Mehrwertsteuer anfällt. Dazu habe ich eine Handelsspanne. Das heißt: Der Preis muss mindestens um 30 Prozent steigen, bevor ich überhaupt die Gewinnzone erreiche. Daher bieten sich diese Metalle als Investment nur bedingt an. Ich würde als normaler Anleger den Gold-Bereich bevorzugen und als spekulativer Anleger auf das Silber ausweichen.

    Das Radio-Interview mit Gold-Experte Martin Siegel (Stabilitas Fonds) zum Nachhören:

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    Goldpreis, Goldbarren, Experte, Aktien, Gründe, Analyse, Anstieg, Gold, Yuan, Dollar, Euro, Rubel