19:57 24 Juni 2019
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    PV-Kraftwerk (Symbolbild)

    Deutschland steuert auf Kohleausstieg bis 2038 zu - Medien

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    Wirtschaft
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    Deutschland soll nach den Atomkraftwerken auch seine Kohlekraftwerke früher abschalten. Die Kohlekommission der Regierung verständigte sich nach mehr als 20-stündigen Verhandlungen auf einen Ausstieg bis spätestens 2038, schreibt die „Tagesschau“ (Samstag).

    „Deutschland soll nach dem Willen der von der Regierung eingesetzten Kohlekommission bis spätestens Ende 2038 die Stromgewinnung aus Kohle beenden. Das teilte Ronald Pofalla, einer der vier Vorsitzenden des Gremiums, bei der Vorstellung des Abschlussberichts in Berlin mit“, hieß es in dem Beitrag. Möglicherweise werde der Ausstieg demnach sogar noch um drei Jahre vorgezogen. 2032 solle überprüft werden, ob der Ausstieg schon 2035 vollzogen werden könnte. Pofalla sprach von einem "historischen Tag".

    Der Ausstieg soll nach dem Willen der Kommission in mehreren Schritten umgesetzt werden. Bis 2022 sollen nun insgesamt 12,5 Gigawatt Leistung vom Netz genommen werden, davon drei Gigawatt Braunkohle. Das entspricht rechnerisch etwa 24 größeren Kohleblöcken. Braunkohlekraftwerke sollen bis dahin zunächst nur im Westen vom Netz.

    2030 wird die Leistung der Kraftwerke dem Papier nach dann auf 17 Gigawatt Braun- und Steinkohle mehr als halbiert. Zusammen haben die Kohlekraftwerke derzeit eine Leistung von rund 45 Gigawatt. Rund ein Drittel des Stroms kommt heute aus Kohlekraftwerken, schrieb das Blatt.

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    Um den Ausstieg auch finanziell zu gewährleisten, erhalten die betroffenen Bundesländer umfassende Hilfen vom Bund. Insgesamt sollen über 20 Jahre 40 Milliarden Euro fließen. Mit dieser finanziellen Stütze biete sich "eine klare Perspektive" für die Menschen in den betroffenen Regionen, sagte Stanislaw Tillich, Ko-Vorsitzender in der Kommission und früherer Ministerpräsident Sachsens.

     

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    Tags:
    Pläne, Ausstieg, Kohle, Kraftwerke, Bundesregierung, Roland Pofalla, Deutschland