22:12 21 April 2019
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    Stromwerk des Energieversorgers RWE (Archiv)

    Braunkohle-Ausstieg: RWE-Chef rechnet mit „signifikantem Stellenabbau“

    © AFP 2019 / Federico Gambarini / dpa
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    Der Chef des Energieversorgers RWE, Rolf Martin Schmitz, hat in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Zeitung „Rheinische Post“ den Braunkohle-Ausstieg und seine Folgen für Mitarbeiter der Energiekonzerne und ihre Arbeitsplätze kommentiert.

    Schmitz zufolge hat das erreichte „fast einstimmige“ Ergebnis „Licht und Schatten“. Wie die Umsetzung funktionieren solle und was das im Einzelnen für RWE heiße, müsse erst mal analysiert werden.

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    „Klar ist aber, und das sollte allen bewusst sein, in der Braunkohle wird es tiefe Einschnitte geben. Das wird ein Kraftakt für alle und kann nur gelingen, wenn die Politik tatkräftig und verlässlich unterstützt“, sagte der RWE-Chef laut der Online-Ausgabe der Zeitung.

    Selbst dann werde man sehen, ob ein so frühes Ausstiegsdatum am Ende überhaupt sinnvoll möglich sei.

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    Bis 2022 sollen weitere Braunkohlekraftwerke vom Netz gehen, so Schmitz. Ein großer Teil davon werde aus NRW kommen, weil der Strukturwandel dort „einfacher scheint als im Osten“.

    „Wie viele Mitarbeiter hiervon betroffen sein werden, können wir heute noch nicht sagen. Aber ich rechne mit einem signifikanten Abbau bereits bis 2023, der weit über die bisherigen Planungen und das durch normale Fluktuation Mögliche hinausgeht. Dies betrifft unmittelbar bis Ende 2022 die Mitarbeiter der zu schließenden Kraftwerke“.

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    Der RWE-Chef betonte, dass die Stilllegungen „unbedingt sozialverträglich erfolgen“ sollen. Das Unternehmen werde sich dafür zusammen mit den Gewerkschaften einsetzen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürften nicht die Leidtragenden politischer Beschlüsse werden

    Nach dem Beschluss des Kohlegremiums am Wochenende soll das letzte Kohlekraftwerk bis spätestens 2038 außer Betrieb gesetzt werden. Die von der Regierung beauftragte Kommission bestand aus Vertretern von Wissenschaft, Industrie, Gewerkschaften sowie Umweltgruppen und war in ihrer Entscheidung nahezu einmütig – im 28-köpfigen Gremium gab es lediglich eine Gegenstimme.

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    Der Ausstieg soll nach dem Willen der Kommission in mehreren Schritten umgesetzt werden. Bis 2022 sollen nun insgesamt 12,5 Gigawatt Leistung vom Netz genommen werden, davon drei Gigawatt Braunkohle. Das entspricht rechnerisch etwa 24 größeren Kohleblöcken. Braunkohlekraftwerke sollen bis dahin zunächst nur im Westen vom Netz.

    Mindestens 40 Milliarden Euro sind für die Milderung der wirtschaftlichen Folgen des Ausstiegs für die betroffenen Kohlförderungsgebiete bis 2040 vorgesehen. Zusätzlich sind rund zwei Milliarden Euro für den Ausgleich des erwarteten Strompreis-Anstiegs ab 2023 für Betriebe und Privathaushalte geplant.

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    Kohleausstieg, Kohlenförderung, Energieressourcen, Kohlekraftwerke, Umweltbelastung, Kohlenmarkt, Energiemarkt, Kohle, Energiepolitik, Storm, Klimaschutz, Energieprobleme, Energie, Umweltschutz, Umwelt, Energiebereich, RWE, Deutschland