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    EU-Gasbedarf wächst: „Russland kann die Lücke schließen“ – Zeitung

    CC BY-SA 2.0 / Armin Gruber / gas cooker
    Wirtschaft
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    Während der Gasbedarf in der Europäischen Union wächst, geht die eigene Förderung in den EU-Ländern drastisch zurück. Darüber berichtet die deutsche Zeitung „Die Welt“.

    „Nur Russland kann die Lücke schließen – mit allen Konsequenzen“, beginnt der Autor Eduard Steiner den Artikel.

    Als Beispiel wird unter anderem das weltweit zehntgrößte Gasfeld im holländischen Groningen herangezogen, das ein Sechstel der gesamten Gasproduktion innerhalb der EU gewährleistet. Allerdings soll seit 2014 die dortige Gasförderung sinken. Im Jahre 2017 wurde demnach Holland als großer Erdgasexporteur erstmals zum Nettoimporteuer. Bis 2030 soll laut der Regierung die dortige Förderung stillliegen, was Auswirkungen auf ganz Europa mit sich bringen könne.

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    Die Zeitung fügt hinzu, dass neben der Förderungsreduzierung auch der Gasbedarf in der EU rasant wächst. Im Jahre 2017 soll dieser Kennwert 491 Milliarden Kubikmeter betragen haben. Darüber hinaus steige die Nachfrage „aufgrund der wirtschaftlichen Erholung, des vermehrten Einsatzes von Gaskraftwerken und Deutschlands Ausstieg aus der Kohle wieder rasant an“. Laut Analysten der Internationalen Energieagentur kann der Gasimport nach Europa 409 Milliarden Kubikmeter betragen – das ist laut der Zeitung der Höchstwert (zum Vergleich: 2017 importierte die EU 360 Milliarden Kubikmeter).

    Die EU benötigt laut dem Autor immer mehr Gas. „Die Angst um die Versorgungssicherheit hat mit der Unsicherheit zu tun, wie stark der Bedarf und damit der Importbedarf steigen. Und hier divergieren die Annahmen sehr“, zitiert die Zeitung den Gasexperten und Forschungsdirektor des European Centre for Energy and Resource Security (EUCERS) am King’s College in London Frank Umbach.

    Zugleich stellt das russische Unternehmen Gaszprom seit drei Jahren einen Exportrekord und deckt bereits 43 Prozent des EU-Gasimports, so die Zeitung. Dabei habe Gasprom keine Probleme mit Ressourcen, weil vor kurzem auf der Halbinsel Jamal das neue „Gasdorado“ entdeckt worden sei.

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    Der Autor verweist darauf, dass Gas von Gazprom billiger als Flüssiggas ist. Wegen hohen Bedarfs in Asien steige der Preis für das verflüssigte Gas.

    Und „die Europäer kauften wieder lieber billig in Russland ein“, schreibt der Autor.

    Vielleicht könnte sich die Situation ändern. Wenn die chinesische Wirtschaft abkühle sowie die USA und Australien ihre LNG-Exporte wesentlich vergrößern würden, dürfte dies den Preis für Flüssiggas drücken, so Umbach. Es könnte dann mit russischen Gaspipelines konkurrieren. Aber laut statistischen Angaben soll sich das jährliche Nachfragewachstum in China bis 2021 auf 13 Prozent belaufen, sich bis 2023 verdoppeln und bis 2040 verdreifachen.

    In diesem Zusammenhang könne bis 2030 „der Import aus Russland steigen“. „Langfristig nicht, denn da spielt die EU-Klimapolitik auch gegen konventionelles Gas – zugunsten von Biogas und synthetischem Rohstoff“, heißt es weiter. Parallel vergrößere Russland den Gasexport nach China. Dort sei bereits das Unternehmen Novatek tätig. Dieses Jahr soll auch Gazprom auf den Markt kommen.

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    Tags:
    Flüssiggas, Import, Export, Gas, NOVATEK, Gazprom, China, USA, EU, Russland