12:25 07 Dezember 2019
SNA Radio
    Ein Bauarbeiter vor den Metallröhren für die Gaspipeline Nord Stream 2 (Archivbild)

    Wieso unterstützt Berlin Nord Stream 2? – Russland-Beauftragter Wiese erläutert

    © Foto : Gazprom
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    6806
    Abonnieren

    Der Russland-Beauftragte Dirk Wiese hat gegenüber dem ZDF-Morgenmagazin erläutert, warum Berlin das Gasprojekt Nord Stream 2 unterstützt.

    „Wir steigen 2038 aus der Braunkohle aus, wir steigen aus der Kernkraft aus“, sagte Wiese. „Wir wollen hin zu 100-Prozent-Energien, und um diese Übergangszeit zu schaffen, brauchen wir Erdgas.“

    Ihm zufolge ist Russland bisher „ein sicherer Lieferant“ und das „auch schon früher gewesen“. Und von da „halten wir an Nord Stream 2 fest“, betonte Wiese. Dem fügte er hinzu, dass als Forderung zur Umsetzung des Projektes die Gewährleistung des Gastransits durch die Ukraine nach 2019 gelte.

    Beim Weltwirtschaftsforum 2019 in Davos hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt, dass Deutschland weiter aus Russland Erdgas beziehen werde. Zugleich „wollen wir natürlich auch diversifizieren“: „Und deshalb werden wir auch Flüssiggas beziehen, und da vielleicht auch von den Vereinigten Staaten von Amerika und von anderen Quellen.“ Da auch die Braunkohle als nicht mehr durchsetzungsfähig gelte, bleibe für eine stabile Grundversorgung Deutschlands nur Erdgas. Wegen der schwindenden Reserven in der Nordsee seien die Alternativen überschaubar. „Und deshalb ist auch der Streit, woher wir unser Erdgas beziehen, ein bisschen überzogen.

    Nord Stream 2 ist das Projekt für eine weitere Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland, die auf dem Grund der Ostsee verlegt werden soll. Ihre Gesamtkapazität soll etwa 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen. Der Betriebsstart ist für Ende 2019 geplant. Ende November hatte Gazprom berichtet, schon 300 Kilometer der neuen Gaspipeline gebaut zu haben. Die Verlegung in der Küstenzone Deutschlands ist bereits abgeschlossen, die Arbeiten in den Hoheitsgewässern und der ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands sowie in der ausschließlichen Wirtschaftszone Finnlands sind im vollen Gange. Der Berater des finnischen Ministeriums für Wirtschaft und Beschäftigung Kari Klemm erklärte am Donnerstag gegenüber Journalisten, sein Land habe an seiner Position trotz der Resolution nichts geändert.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Merkel verliert bei Besuch in Auschwitz Gleichgewicht – Video
    Verkauft Amazon in Deutschland Fälschungen? – US-Behörde bereitet Schwarzliste vor
    „Was ist los?“: Putin spricht in Sotschi plötzlich Deutsch – Video
    Medwedew: Forderung Kiews nach fünffachem Tarif für Gastransit inakzeptabel
    Tags:
    Lieferant, Nord Stream 2, Dirk Wiese, Russland, Deutschland