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19:26 19 August 2019
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    Nord Stream 2 (Archiv)

    Nach Kompromiss mit USA: Altmaier rechnet mit Fortgang von Nord Stream 2

    © Sputnik / Igor Samoilow
    Wirtschaft
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    Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sein Gespräch mit US-Energie-Staatssekretär Dan Brouillette in München kommentiert.

    Der Bundeswirtschaftsminister sieht laut Reuters den Streit über die Nord-Stream-2-Gaspipeline als weitgehend gelöst.

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    „Das Projekt ist weit fortgeschritten. Ich gehe davon aus, dass es unter den neuen Bedingungen realisiert werden kann“, zitiert die Agentur Altmaier.

    Daran werde auch die neue EU-Gasmarkt-Richtlinie nichts ändern. Die Reform werde allerdings eine Änderung der Eigentümerstruktur und der Frage bringen, wer Zugang zu der Pipeline haben solle.

    Den Wendepunkt soll offenbar die Zusicherung der Bundesregierung gebracht haben, mindestens ein Flüssiggas-Terminal in Deutschland zu bauen und zu fördern. Das ermögliche, LNG-Gas aus den USA zu importieren, was „mehr Versorgungssicherheit in Europa“ bedeute, so der Minister.

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    Reuters zufolge räumte Brouillette ein, dass Deutschland künftig vielleicht sehr viel mehr Gas brauche, wenn es aus der Atom- und Kohle-Energie aussteige. Bisher soll die US-Regierung den steigenden Bedarf nicht gesehen haben, der sowohl Importe über neue Pipelines als auch neue LNG-Terminals nötig machen könnte.

    Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatte laut früheren Medienberichten für Ärger in Berlin mit seinen Drohbriefen an deutsche Firmen gesorgt. Er soll die Unternehmen vor einem Engagement beim Pipeline-Projekt Nord Stream 2 und anschließend vor US-Sanktionen gewarnt haben, sollten sich die Firmen weiter an dem Projekt beteiligen.

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    Nord Stream 2 ist das Projekt für eine weitere Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland, die auf dem Grund der Ostsee verlegt werden soll. Ihre Gesamtkapazität soll etwa 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen. Der Betriebsstart ist für Ende 2019 geplant. Ende November hatte Gazprom berichtet, bereits 300 Kilometer der neuen Gaspipeline gebaut zu haben.

    Für Deutschland ist das Pipeline-Projekt besonders bedeutend, denn die Bundesregierung hat den Ausstieg aus Atom- und Kohlenkraftwerken bis 2038 beschlossen.

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    Tags:
    Flüssiggas, LNG, Gaskonzern, Gasbedarf, Gasausfuhren, Gas, Energieressourcen, Energieprobleme, Energiepolitik, Energiemarkt, Energielieferungen, Energieexporteur, Energiebereich, Energie, Nord Stream 2, Peter Altmaier, Russland, Russische Föderation, USA, Deutschland