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17:55 21 Oktober 2019
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    Investforum Sotschi 2019

    Investforum Sotschi: Deutsche und Schweizer halten weiterhin an Russlandgeschäft fest

    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
    Wirtschaft
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    „In Russland investieren!“ ist seit langem das Motto des jährlichen russischen Wirtschaftsforums. Die Veranstaltung hat dieses Jahr am 14. und 15. Februar unter Teilnahme von Premierminister Dmitri Medwedew in Sotschi stattgefunden.

    Im Zentrum stand die Gelegenheit für russische und ausländische Geschäftsleute, sich hinter den Kulissen mit den Chefs russischer Regionen, Ministern und internationalen Experten zu treffen, um sie auf ihre Projekte aufmerksam zu machen. 8000 Teilnehmer aus 65 Ländern, darunter fast 400 Vertreter ausländischer Firmen nahmen an dem Forum teil. 567 Verträge mit einer Summe von 968 Milliarden Rubel (12,9 Milliarden Euro) wurden unterzeichnet.

    ​​Deutsche und Schweizer Unternehmen zeigten großes Interesse an dem Forum. Im Gespräch mit Sputnik erklärten sie, warum Russland nach wie vor ein interessanter Markt sei.

    „Herausforderungen machen uns nur stärker“ – „Nestle Kuban“-Generaldirektorin ist sich der Zukunft sicher

    Olga Polowjanowa ist seit 2017 Generaldirektorin von „Nestle Kuban“. „Im Kuban-Gebiet sind wir seit 1998 vertreten. Damals wurde in der südlichen Region Krasnodar der erste Technopark in Russland eröffnet. Anfang der 2000er Jahre suchte Nestle einen Ort für seine Nescafé-Fabrik in Russland, und diese Niederlassung war perfekt dafür geeignet. Jetzt ist die Fabrik in der Stadt Timoschewsk eines der größten Investitionsprojekte von Nestle und eine der größten Kaffee-Fabriken in Europa“, so Polowjanowa.

    Die Geschichte von Nestle in Russland begann beim Forum in Sotschi. „Wir nehmen an dem Forum regelmäßig teil, für uns ist es eine perfekte Plattform, um einen Bekanntheitsgrad zu erlangen“, betonte die Chefin des Unternehmens. „Unsere Strategie besteht in der Entwicklung lokaler Zulieferer. Fast den gesamten Rohstoff kaufen wir lokal. Die neuen  Herausforderungen machen uns nur stärker. Wir investieren weiter, starten neue Produkte.“ Die Unterschiede zwischen der schweizerischen und russischen Mentalität spüre man beim Unternehmen nicht: Hauptsache seien die höchsten Standards von Nestle.

    Chef von Chemiekonzern Merck: Wir bleiben dem russischen Markt treu

    Für deutsche Unternehmen bleibe Russland traditionell ein wichtiger Markt, erklärte Matthias Wernicke, Generalmanager von Merck-Biopharma Russia, im Sputnik Interview. „Das Unternehmen Merck ist seit 120 Jahren in Russland tätig und hat über die Jahrzehnte bewiesen, dass es ein zuverlässiger Partner ist.“ Um den Abgang vom russischen Markt gehe es bei Merck auch gar nicht. „Wir wollen weiter aktiv in Russland sein. Ich glaube, dass die grundlegende Basis der deutschen Aktivitäten in Russland sehr stabil sein kann. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Stabilität auch von der russischen Seite gewollt wird“, betonte der Generalmanager.

    Der Business-Dialog „Deutschland-Russland“ setzt sich weiter fort: „Die wichtigsten Themen dabei sind diejenigen, die man aus der Presse kennt. Wir haben sicherlich einige Schwierigkeiten, die viele Unternehmen betreffen. Was die Sanktionen und Gegensanktionen angeht, sind wir auf der pharmazeutischen Seite davon nicht sehr betroffen, aber dennoch sind für uns solche Themen wie Planbarkeit, Sicherheit und Stabilität schon wichtig.“ Das Forum in Sotschi sei eine gute Gelegenheit, sich in kurzer Zeit an einem Ort mit den Stakeholdern zu treffen. „Ich glaube, dass die Deutschen und die Russen schon ganz nah sind. Zum Beispiel sind die Russen sowie die Deutschen hart arbeitend, strukturiert und diszipliniert. Und auch sehr pünktlich!“, zieht Wernicke sein persönliches Fazit.

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    Deutsche Wirtschaft geht mit großen Investitionsplänen nach Russland

    Laut einer Geschäftsklima-Umfrage des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft (OAOEV) und der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) sind die deutschen Unternehmen mit ihrem Engagement in Russland zufrieden. Demnach wollen sie ihr Geschäft weiter ausbauen sowie weiter investieren. „Das Potenzial der russischen Wirtschaft bleibt weiter ungeheuer groß. Sollte sich der Konflikt mit dem Westen endlich lösen und der Aufbau eines Mittelstands vorankommen, würde Russlands Wirtschaft schnell einen echten Aufschwung erleben“, kommentierte Michael Harms, Vorsitzender der OAOEV-Geschäftsführung, die Ergebnisse. „Sie sind gerne im Land und wollen hier weiter investieren“, so Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der AHK Russland.

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    Fazit, Konzern, Geschäft, Unternehmen, Investitionen, Interview, Investitionsforum in Sotschi, Nestle, AHK, Michael Harms, Dmitri Medwedew, Kuban, Schweiz, Deutschland, Russland