14:17 25 Juni 2019
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    Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU)

    „Wenig sinnvoll”: Deutsche Wirtschaft lehnt Altmaiers Industriepläne ab

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    Wirtschaft
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    Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) übt laut der „Neuen Osnabrücker Zeitung” scharfe Kritik an den Industrieplänen von Wirtschaftsminister Altmaier, wonach man mithilfe staatlicher Förderung „nationale Champions” im Unternehmensbereich schaffen soll. Das berichtet am Samstag die Nachrichtenagentur Reuters.

    „Politische Eingriffe mit dem Ziel, bestimmte Firmen zu Champions auszubauen, sind in einer Marktwirtschaft wenig sinnvoll”, erklärte demnach DIHK-Präsident Eric Schweitzer in einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung”. Mit Blick auf die Industrie-Strategie, die Altmaier kürzlich vorgelegt hat, bemerkte er, der Staat sollte sich auf die richtigen Rahmenbedingungen konzentrieren und sich für einen fairen internationalen Wettbewerb einsetzen.

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    „Hier ist die Bundesregierung gefragt“, betonte Schweitzer. Dem fügte er hinzu, dass sich viele starke Unternehmen in Deutschland nicht entwickelt hätten, „weil der Staat gesagt hat, wir brauchen einen nationalen Champion. Sie haben sich dank weitsichtiger Eigentümer und einer überzeugenden Strategie durchgesetzt”. Als einzige Ausnahme dabei nannte er den Konzern Airbus.

    Schweitzer äußerte sich anschließend über die Rekordüberschüsse des Staates im vergangenen Jahr und rief in diesem Zusammenhang zu Steuersenkungen auf. „Das Jammern über das Ende der fetten Jahre ist fehl am Platze”, hob er hervor.

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    „Bei den Steuern brauchen wir Entlastungen. Die letzte Steuerreform liegt zehn Jahre zurück. Wenn wir nichts tun, sind wir 2022 das Land mit der höchsten Besteuerung unter den entwickelten Industriestaaten. Das hemmt die Investitionen.“ Als erster Schritt sei die vollständige Abschaffung des Solidaritätsbeitrages erforderlich, so der DIHK-Präsident.

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    Tags:
    Kritik, Pläne, Industrie, Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Eric Schweitzer, Peter Altmaier, Deutschland