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01:32 19 Juli 2019
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    Nord Stream 2: Rohrlegeschiffe im Einsatz

    Betriebsstart von Nord Stream 2: Gazprom nennt Fristen

    © Foto: Nord Stream 2 Corp./twitter
    Wirtschaft
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    Jelena Burmistrowa, Leiterin des Unternehmens Gazprom Export, hat erläutert, wie weit die Änderungen der europäischen Gasrichtlinie das Pipelineprojekt Nord Stream 2 beeinflussen können. Darüber hinaus nannte sie Fristen für seinen Betriebsstart.

    Die Änderungen werden Burmistrowa zufolge nur einen kleinen Teil von Nord Stream 2 betreffen. Sie sagte wörtlich:

    „Wir sprechen von einem sehr geringen Teil des Territoriums. Dies sind sogar weniger als 20 Kilometer.“

    Es sei zu früh, den Einfluss der Änderungen der Gasrichtlinie auf das Projekt einzuschätzen, weil im März die Sitzung des Rates für Verkehr, Telekommunikation und Energie stattfindet, in dessen Rahmen zusätzliche Änderungen getroffen werden könnten.

    Darüber hinaus sagte sie, dass Gazprom wie bisher plane, Nord Stream 2 im vierten Quartal in Betrieb zu nehmen. Die Gesamtbereitschaft des Projekts beläuft sich auf mehr als 30 Prozent.

    Zuvor war berichtet worden, dass sich Unterhändler des EU-Parlaments sowie Vertreter des Rates und der EU-Kommission vorläufig auf die Änderung der europäischen Gasrichtlinie geeinigt hätten. Das Dokument soll nun offiziell vom EU-Parlament und —Rat gebilligt werden. Nach der Veröffentlichung im Amtsblatt der EU soll die Gasrichtlinie innerhalb von neun Monaten in nationale Gesetzgebungen der EU-Länder implementiert werden.

    Die EU-Kommission hatte bereits 2017 eine Änderung der EU-Gasrichtlinie vorgeschlagen. Demnach sollten Pipelines, die von einem Drittstaat in die EU führen, denselben Auflagen unterliegen wie Leitungen innerhalb der EU. So darf unter anderem Besitz und Betrieb nicht in einer Hand sein und Betreiber müssen Konkurrenten Zugang gewähren.

    Deutschland wollte die neuen Anordnungen verhindern. Vergangene Woche hatten sich die EU-Länder nach einem offenen Streit zwischen Deutschland und Frankreich dennoch auf diese Position geeinigt.

    Nord Stream 2 ist das Projekt für eine weitere Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland, die auf dem Grund der Ostsee verlegt werden soll. Ihre Gesamtkapazität soll etwa 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen. Der Betriebsstart ist für Ende 2019 geplant.

    Für Deutschland ist das Pipeline-Projekt besonders bedeutend, denn die Bundesregierung hat den Ausstieg aus Atom- und Kohlekraftwerken bis 2038 beschlossen.

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    Tags:
    Betrieb, Einfluss, Gas, Richtlinie, Gazprom Export, Jelena Burmistrowa, EU, Russland