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00:04 16 Juli 2019
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    BRICS-Gipfeltreffen in China (Archivbild)

    BRICS-Staaten entwickeln eigenes Zahlungssystem für „mehr Unabhängigkeit vom Westen“

    © Sputnik / Sergei Guneev
    Wirtschaft
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    Die BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika entwickeln ein gemeinsames neues Zahlungssystem, um damit unter anderem die eigene Souveränität im Bereich des internationalen Finanzsystems zu fördern und mehr „Unabhängigkeit vom Westen“ für sich zu erreichen, meldet die russische Zeitung Iswestija.

    Laut Iswestija könnte im Rahmen des eigenen Zahlungssystems „BRICS Pay“ ein spezielles Online-Wallet zur Integration der nationalen Zahlungssysteme der fünf Mitgliedsstaaten eingerichtet werden, wofür auch eine spezielle Cloud-Plattform geschaffen werden soll.

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    Diesbezüglich arbeitet der russische Vermögensfonds mit seinen Partnern aus China und Indien zusammen, die über die notwendigen Technologien zur Einführung des Systems verfügen.

    BRICS Pay soll ähnlich dem bestehenden Zahlungsservice von Samsung oder Apple funktionieren. Damit können Benutzer mit einer Smartphone-App, unabhängig davon, in welcher Währung das Konto des Kunden verknüpft ist, ihre Zahlungen abwickeln. Ein Testlauf des Zahlungssystems soll bereits im April in Südafrika realisiert werden, so Iswestija.

    Sollte die erste Pilotversion von BRICS Pay erfolgreich umgesetzt werden, könnte dies die Abhängigkeit dieser Schwellenländer von transnationalen Zahlungsorganisationen deutlich reduzieren, was angesichts der wachsenden geopolitischen Spannungen in der Welt von enormer Bedeutung sei.

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    Indes erklärte der Präsident der russischen Handelskammer, Sergej Katyrin, dass die Schaffung eines eigenen Zahlungssystems in Anbetracht der Unvorhersehbarkeit auf den internationalen Finanzmärkten und des US-Dollar-Kurses die oberste Priorität für die BRICS-Staaten darstelle.

    Bezüglich einer möglichen finanztechnischen Integration haben die Notenbanken der BRICS-Länder bereits 2015 eine Kooperation ihrer Zahlungssysteme in Erwägung gezogen. Damals war allerdings noch von einer Zusammenarbeit der Zahlungssysteme auf bilateraler Basis gesprochen worden.

    2015 haben die Zentralbanken der BRICS-Staaten zudem ein Abkommen zur gegenseitigen Unterstützung mit Währungsreserven unterzeichnet, da die Schaffung eines eigenen Zahlungssystems auch mit der Bildung eines gemeinsamen Fonds für Währungsreserven einhergeht. Die BRICS-Währungsreserven sollen sich auf 100 Milliarden US-Dollar belaufen. Der Anteil Chinas ist mit 41 Milliarden US-Dollar am größten, gefolgt von Brasilien, Indien und Russland mit jeweils 18 Milliarden und Südafrika mit fünf Milliarden US-Dollar.

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    Tags:
    Schwellenländer, Handelskammer, Finanzen, Zahlungssystem, Technologien, US-Dollar, Spannungen, Notenbanken, Abhängigkeit, Währungsreserven, Smartphones, Westen, Geopolitik, Unabhängigkeit, BRICS-Staaten, BRICS-Gruppe, Iswestija, Samsung, Apple, Industrie- und Handelskammer der Russischen Föderation, BRICS, Sergej Katyrin, Indiana, Südafrika, Brasilien, Russland, China