06:00 04 Juli 2020
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    Der russische Gaskonzern Gazprom hat bereits ein Drittel der Gaspipeline Nord Stream 2 gebaut. Das folgt aus einer Mitteilung des Energieriesen am Mittwoch.

    „Bisher sind 818 Kilometer Rohre über den Boden der Ostsee verlegt worden. Das macht genau ein Drittel der Gesamtlänge der Gasleitung aus“, heißt es nach dem Treffen zwischen Gazprom-Chef Alexej Miller und dem Chef des österreichischen Energiekonzerns OMV, Rainer Seele, in Moskau.  

    Unter anderem hätten Miller und Seele den wachsenden Export von russischem Gas nach Österreich zur Erörterung gebracht. Vorläufigen Angaben zufolge hat Gazprom seinen Gasexport in dieses Land vom 1. Januar bis 5. März  um 32,9 Prozent auf 3,3 Milliarden US-Dollar gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum aufgestockt.     

    Das Projekt sieht die Verlegung von zwei Strängen von der russischen Küste auf dem Grund der Ostsee bis zur Küste Deutschlands parallel zur bereits bestehenden Pipeline Nord Stream vor. Die geplante Durchsatzkapazität beträgt insgesamt 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Der Leitung verläuft im Territorialgewässer von Deutschland, Finnland, Schweden und Russland.

    Das Projekt macht Kosten in Höhe von etwa 9,5 Milliarden US-Dollar. Der einzige Aktionär des Betreibers Nord Stream AG ist Gazprom. Am Bau sind auch europäische Partner wie Shell, OMV, Engie, Uniper und Wintershall beteiligt, die mit je 950 Millionen Euro die Hälfte der Projektkosten tragen werden. Für den Rest wird Gazprom aufkommen.

    Einige Länder, vor allem die Ukraine, protestieren gegen das Gasprojekt. Kiew befürchtet, nach Fertigbau der Leitung um die Einnahmen aus dem Transit von russischem Gas durch das Territorium der Ukraine gebracht zu werden. Lettland, Litauen und Polen erklären, dass Nord Stream-2 ein „politisches Projekt“ sei.

     

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    Tags:
    Nord Stream 2, OMV, Gazprom, Rainer Seele, Alexej Miller, Litauen, Polen, Ostsee, Lettland, Deutschland, Russland