05:56 13 Dezember 2019
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    LNG-Tanker (Symbolbild)

    US-Flüssiggas für EU überflüssig? – Russische Zeitung

    © AP Photo / Koji Sasahara
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    Die Europäische Kommission hat eine Steigerung des LNG-Imports aus den USA nach Europa bis 2023 von nur bis zu acht Milliarden Kubikmetern prognostiziert, meldet die russische Zeitung „Kommersant“.

    Dieses Volumen entspricht gerade einmal 1,6 Prozent des gesamten Gasverbrauchs in der EU pro Jahr. Im Vergleich dazu lag der Anteil der Gas-Lieferungen von Russland nach Europa im Jahr 2018 bei 37 Prozent, heißt es in der Meldung.

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    „Kommersant“ zufolge werden von den etwa insgesamt jährlich produzierten 119 Milliarden Kubikmetern Flüssiggas der USA zirka sieben Prozent an den europäischen Markt gehen. Das ist weniger als im vergangenen Jahr. 2018 haben die Vereinigten Staaten elf Prozent ihres Flüssiggases in die EU exportiert. 

    Nach Schätzung von „Gazprom Export“ könnte der Gas-Import der EU bis 2023 bis zu 40 Milliarden Kubikmeter betragen. In der EU-Kommission herrsche diesbezüglich durchaus die Ansicht, dass der wachsende Bedarf Europas in Bezug auf den Gasverbrauch hauptsächlich von den russischen Unternehmen „Gazprom“ und „Novatek“ abgedeckt werden könnte, so Kommersant.

    Dabei könnte das russische Flüssiggas des privaten russischen Gas- und Ölproduzenten Novatek für die EU laut Kommersant preiswerter sein, als das LNG aus den vereinigten Staaten. Das Unternehmen versuche zudem auch die Kosten für die Gewinnung und Verflüssigung von Gas durch die Lokalisierung der Produktionsanlagen und durch den Einsatz neuer Technologien zu reduzieren.

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    Vergangene Woche ist in diesem Zusammenhang berichtet worden, dass der vom US-Kongress Ende Februar veröffentlichte Gesetzentwurf, der die Verhängung zusätzlicher Sanktionen gegen Russland vorsieht (Defending American Security from Kremlin Aggression Act, DASKA), unter anderem die russische Gasindustrie gefährden könnte.

    Obwohl das Gas nur in Bezug auf die russischen Flüssiggasprojekte außerhalb des Landes in dem Dokument erwähnt wird, setzt es auch inländische Projekte russischer Gasunternehmen einer Gefahr aus. Tatsache ist, dass der im Gesetzentwurf verwendete Begriff „crude oil“ (dt.: Rohöl) nach dem US-amerikanischen Verständnis nicht nur Öl, sondern auch Gaskondensat beinhaltet.

    Wie genau der Begriff zu interpretieren ist, haben die Autoren des Gesetzentwurfs, ob nun vorsätzlich oder zufällig, nicht erläutert und gerade deshalb sind die LNG-Projekte von Novatek und auch Gazprom womöglich bedroht.

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    Ölproduzenten, Gasbedarf, Gaskonzern, Gasausfuhren, Flüssiggas, LNG, Flüssigerdgas, Russland, Gas, Gasförderung, Import, LNG, Kommersant.ru, Kommersant, EU-Kommission, NOVATEK, Gazprom, EU, EU-Länder, USA, Russland