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17:35 18 August 2019
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    Standort von Swedbank in Stockholm

    Swedbank entlässt Chefin nach Geldwäsche-Vorwürfen

    © REUTERS / TT News Agency / Anders Wiklund
    Wirtschaft
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    Die unter Geldwäsche- und Insiderverdacht geratene Swedbank hat in einem dramatischen Schritt am Tag der Hauptversammlung ihre Vorstandschefin Birgitte Bonnesen entlassen, wie die Agentur Reuters am Donnerstag mitteilt.

    „Die Entwicklungen der vergangenen Tage haben für enormen Druck auf die Bank gesorgt”, zitiert Reuters Aufsichtsratschef Lars Idermark.

    Deshalb habe die Bankführung beschlossen, Bonnesen zu entlassen. Ihre Position wurde unhaltbar, nachdem drei der fünf größten Investoren angekündigt hatten, sie würden bei der Hauptversammlung gegen ihre Entlastung stimmen.

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    Die Aktien der Swedbank rutschten am Donnerstag um weitere 3,7 Prozent ab. Seit dem ersten Bericht des Fernsehsenders SVT im Februar zu Geldwäsche-Vorwürfen bei der Swedbank haben die Papiere des Instituts mehr als ein Viertel ihres Werts eingebüßt. Damals hatte der Sender berichtet, die Swedbank sei in den Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank verwickelt und habe verdächtige Zahlungen über umgerechnet mindestens 3,8 Milliarden Euro mit Danske-Filialen im Baltikum abgewickelt.

    Weil das schwedische Geldhaus einige Investoren vorab über einen belastenden Medienbericht zum Geldwäscheskandal informiert haben soll, durchsuchte die schwedische Behörde zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität am Mittwoch die Bank. Die Behörde geht dabei dem Verdacht des Insiderhandels nach. Sie erklärte nach der Razzia, die Ermittlungen seien zudem auf schweren Betrug ausgeweitet worden. Alles deute darauf hin, dass die Swedbank Falschinformationen zur Geldwäsche in der Öffentlichkeit und am Markt verbreitet habe. Der Fernsehsender berichtete zudem unter Berufung auf Insider, das Geldhaus habe US-Ermittlern möglicherweise Informationen im Zusammenhang mit den „Panama Papers” vorenthalten, einem Geldwäsche- und Steuerskandal um Briefkastenfirmen.

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    Zuvor war berichtet worden, dass die Deutsche Bank zuletzt immer wieder im Zentrum von Ermittlungen rund um das Thema Geldwäsche stand. Erst am 7. Februar hatte der Geldwäschebeauftragte des Instituts in einem Ausschuss des Europäischen Parlaments zur Verstrickung des Geldhauses in den Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank aussagen müssen. Im November hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt zudem das Hauptquartier der größten deutschen Bank zwei Tage lang durchsucht — allerdings nicht im Zusammenhang mit dem Danske-Fall, sondern wegen der sogenannten „Panama Papers”, so Reuters.

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    Tags:
    Entlassung, Geldwäsche, Schweden