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05:30 18 Oktober 2019
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    Moody’s warnt: Nord Stream 2 droht Bauverzögerung

    © Foto: nord-stream2
    Wirtschaft
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    Eine neue Anfrage des dänischen Regulators kann laut Moody’s zur Bauverzögerung bei der Gaspipeline „Nord Stream 2“ hinsichtlich des geplanten Termins führen. Dies ist dem Bericht des Analytikers der internationalen Ranking-Agentur Moody’s, Denis Perewesenzew, zu entnehmen, der sich mit dem Öl- und Gassektor Russlands und der GUS-Länder befasst.

    Die Nord Stream 2 AG, ein Projektunternehmen von Nord Stream 2, hat am Mittwoch mitgeteilt, dass die Danish Energy Agency (DEA) eine Anfrage an das Unternehmen gerichtet hätte, den Einfluss der Pipeline-Route in der dänischen ausschließlichen Wirtschaftszone südlich der Insel Bornholm in die ökologische Einschätzung mit einzubeziehen. Dabei verlaufe die Hauptroute der Pipeline südlich von der Insel und liege in den territorialen Gewässern Dänemarks, die alternative Route – nordwestlich der Insel und liege bereits in der ausschließlichen Wirtschaftszone. Auf solche Weise sei der Nord Stream 2 AG angeboten worden, schon die zweite alternative Route zu erörtern.

    „Die Anfrage, die die DEA mit dem Wunsch begründet hat, eine Route mit dem geringsten Einfluss auf die Umwelt und Schifffahrt festzulegen, stellt einen negativen Faktor für Gazprom dar, da sie Risiken für eine Verzögerung der Abschlusstermine von Nord Stream 2 über den festgelegten Dezember 2019 hinaus schafft“, heißt es in dem Dokument. „Die Erörterung der Anfrage für die neue Route kann einige Monate in Anspruch nehmen. Darüber hinaus wird die Verlegung der Pipeline in den dänischen Gewässern etwa drei-vier Monate dauern“, erläutert der Experte.

    Er ist zudem der Ansicht, dass die Hindernisse für die rechtzeitige Inbetriebnahme der Pipeline „die Positionen von Gazprom in den Verhandlungen zum Transitvertrag über das Territorium der Ukraine schwächen könnten“.

    „Dies kann auch zur Erhöhung von Verpflichtungen hinsichtlich des Umfangs des Gastransits durch die Ukraine bis auf 40-50 Milliarden Kubikmeter pro Jahr führen — ursprünglich waren 10-15 Milliarden Kubikmeter geplant – was zu höheren Transportausgaben im Vergleich zu den Transportkosten zu Nord Stream 2 führen wird“, betont Perewesenzew.

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht den Bau zweier Stränge der Pipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr von der russischen Küste durch die Ostsee bis nach Deutschland vor. Es wird geplant, die neue Pipeline Ende 2019 fertigzustellen. Sie wird durch die territorialen oder ausschließlichen Wirtschaftszonen der Ostsee-Anrainer Russland, Finnland, Schweden und Deutschland führen. Es fehle nur noch die Baugenehmigung vonseiten Dänemarks.

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    Tags:
    alternative Route, Verzögerung, aussschließliche Wirtschaftszone, Terminplan, Gaspipeline, Gazprom, Danish Energy Agency (DEA), Nord Stream 2 AG, Nord Stream 2, Rating-Agentur Moody's, Denis Perewesenzew, Schweden, Finnland, Dänemark, GUS-Länder, Russland