05:59 23 April 2019
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    IWF-Chefin Christine Lagarde

    IWF-Chefin: Weltwirtschaft befindet sich an „heiklem Punkt”

    © AP Photo / Firdia Lisnawati
    Wirtschaft
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    Die globale Konjunktur hat seit Jahresbeginn weiter an Schwung verloren, wie IWF-Chefin Christine Lagarde am Dienstag in Washington mitteilte.

    „Tatsächlich befindet sich die Weltwirtschaft an einem heiklen Punkt”, zitiert die Agentur Reuters die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF).

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    „Das globale Wachstum hat sich verlangsamt, vor allem aufgrund der zunehmenden Handelsspannungen”, so Lagarde am Dienstag in Washington.

    Das würden auch die neuen IWF-Prognosen zeigen, die in der kommenden Woche veröffentlicht werden sollen. Bislang sagt der Fonds für das laufende Jahr noch einen Anstieg des globalen Bruttoinlandsproduktes von 3,5 Prozent voraus.

    „Um es klar zu sagen: Wir erwarten kurzfristig keine Rezession”, betonte Lagarde zugleich. „Wir rechnen sogar mit einer gewissen Belebung des Wachstums in der zweiten Jahreshälfte 2019 und bis 2020.” Allerdings sei dieses Szenario Abwärtsrisiken ausgesetzt. Zu ihnen gehörten der Brexit, die hohe Verschuldung in einigen Sektoren und Ländern, Spannungen in der Handelspolitik und Unruhe auf den Finanzmärkten.

    Lagarde fordert deshalb eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Ländern. Die Erfahrungen aus 180 Ländern in den vergangenen Jahrzehnten zeigten, dass eine engere Handelsanbindung Investitionen deutlich erhöhe. Umgekehrt würden Handelshemmnisse eindeutig Investitionen und Beschäftigung schaden.

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    Zuvor war berichtet worden, dass laut einer am 23. Januar veröffentlichten Studie der Allianz-Tochtergesellschaft Euler Hermes 2019 weltweit mit einer Zunahme der Firmeninsolvenzen zu rechnen ist. Dabei wird die Zahl der bankrotten Unternehmen bereits das dritte Jahr in Folge ansteigen. Wachstum und Nachfrage sollen in vielen Ländern und bei etlichen Unternehmen nicht mehr ausreichen, um Produktions- und Finanzierungskosten oder Investitionen zu decken, hieß es.

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    Tags:
    Wirtschaft, IWF, Christine Lagarde