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17:09 19 Juli 2019
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    Ein Berliner Mecker bei der Arbeit (Archivbild)

    Schweinebraten statt Pekingente: Chinas „rasende Nachfrage“ lässt Bauern jubeln

    © AFP 2019 / Barbara Sax
    Wirtschaft
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    Matthias Witte
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    Deutsche Schweinehalter und Schlachtbetriebe haben derzeit Grund zur Freude. Der Preis für Schweinefleisch ist so hoch wie lange nicht mehr. Grund dafür ist die enorme Nachfrage aus Fernost.

    Wer hierzulande sein Geld mit Schweinefleisch verdient, hatte in den vergangenen Jahren wenig Grund zur Freude.  Die Preise gingen in den Keller, zudem essen die Deutschen viel weniger Schweinefleisch als noch vor zehn Jahren.

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    Jetzt allerdings gibt es gute Nachrichten, die Preise sind gestiegen. Das liegt an der hohen Nachfrage aus dem größten Schweine-Absatzmarkt der Welt, wie Matthias Quaing von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) berichtet. Pro Schwein bekämen die Halter derzeit etwa 20 Euro mehr als noch vor zwei Wochen:

    „Im Moment reiben sich sowohl Halter als auch Schlachtunternehmer die Augen, weil die Preise in so kurzer Zeit noch nie so gestiegen sind. Die Nachfrage nach Schweinefleisch ist rasend. Das liegt, das sagen uns die Schlachtunternehmen, ausschließlich an China.“

    Jedes zweite Schwein auf der Welt in China

    Wer bei China eher an Pekingente und Frühlingsrollen denkt, liegt laut Quaing falsch: „Man muss sich klar sein, dass jedes zweite Schwein auf der Welt in China lebt. Die Chinesen essen gerne und sehr viel Schweinefleisch. Das Land hat eine riesige Bevölkerung. Und da sind es kleine Änderungen im Schweinebestand in China, die große Änderungen in der Nachfrage auf den Weltmärkten auslösen.“

    Eine solche „kleine Änderung“ ist die Afrikanische Schweinepest. Dadurch sind die Bestände laut Quaing im „Reich der Mitte“ deutlich zurückgegangen. Dadurch sei die Nachfrage auf den Weltmärkten, nicht nur in Deutschland, gewachsen und damit auch die Preise gestiegen. 

    Russland versorgt sich selbst

    Ein wichtiger Markt für deutsche Schweinebauern war einmal Russland. Dann kamen 2014 die Wirtschaftssanktionen. Selbst wenn sich die politische Lage entspannen sollte, glaubt Quaing nicht an eine Rückkehr der alten Zeiten: „Russland hätte keinen Einfluss mehr auf die Preise. Die Russen haben die Politik verfolgt, ihre Bevölkerung mit eigenem Fleisch zu versorgen. Sie haben große Schweineställe gebaut und sind nicht mehr auf Importe angewiesen.“

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Nahrungsmittel, Pest, Nachfrage, Unternehmen, Handel, Schweinefleisch, China, Deutschland