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10:54 24 Juli 2019
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    CO2-Emissionen (Symbolbild)

    Russische Experten: CO2-Ausstöße lassen sich ohne Wirtschaftsschaden stabilisieren

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    Wirtschaft
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    Experten der Russischen Akademie der Volkswirtschaft und des Staatsdienstes haben die Dynamik der globalen CO2-Ausstöße und ihren Einfluss auf die Weltwirtschaft analysiert. Die Ergebnisse ihrer Studie sind im Fachmagazin „Ekonomitscheskaja Politika“ („Wirtschaftspolitik“) veröffentlicht.

    Im Jahr 2017 war das Pariser Klimaabkommen in Kraft getreten, das die Umsetzung der UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel zum Ziel hat, damit der Anstieg der globalen Temperatur unter zwei Grad Celsius bleibt. Zwar wurden in dem Dokument keine konkreten Verpflichtungen der Länder zum CO2-Ausstoß verankert, aber doch lässt sich in dieser Zeit eine gewisse Stabilisierung auf diesem Gebiet beobachten.

    Die Experten des Instituts für angewandte Wirtschaftsforschungen und des „Klima und Energie“-Programms des World Wide Fund For Nature (WWF) haben sich mit den Gründen dieser Stabilisierung befasst und festgestellt, dass sie sich auf den allmählichen Ersatz der Kohle durch Gas sowie auf den Übergang zu alternativen Energiequellen und zur Atomenergie in China und den USA zurückführen lasse.

    Lukrative Senkung der CO2-Ausstöße

    Vor allem haben die Forscher geschlussfolgert, dass die Stabilisierung bzw. Senkung der Ausstöße von Treibhausgasen auch ohne Schaden für die Wirtschaft möglich ist.

    Sie verwiesen auf das so genannte „Decoupling“ – auf die Trennung des Wirtschaftswachstums und der Dynamik der CO2-Emissionen, auch wenn eine gewisse Korrelation zwischen ihnen noch eine längere Zeit zu beobachten sein wird. „Offensichtlich ist auch, dass ein solches ‚Decoupling‘ in Entwicklungsländern noch lange kein Thema sein wird“, sagte ein Experte.

    Die Autoren der Studie verwiesen auch darauf, dass China zu einem neuen Entwicklungsmodell übergegangen sei, das keinen wesentlichen Anstieg der CO2-Emission verlange.

    Gleichzeitig besteht eine große Gefahr, dass solche Emissionen in Afrika (südlich der Sahara) wachsen werden, nämlich wegen der Industrialisierung dieser Region und eines Anstiegs der Bevölkerungszahl.

    Russlands „Energie-Strategie bis 2035“ sieht ein BIP-Wachstum um 80 Prozent bei einem Anstieg der Stromproduktion vor (optimistisches Szenario). Der Brennstoffverbrauch würde dann aber nur um 13 bis 16 Prozent zulegen. Das wäre auch eine Art „Decoupling“.

    Nötige Maßnahmen

    Den Wissenschaftlern zufolge müsste eine ganze Reihe von Maßnahmen getroffen werden, damit die Energieeffizienz der Wirtschaft bei gleichzeitiger Senkung der Treibhausgasausstöße erhöht wird.

    „Aktuell werden die Kosten der Solar- und Windenergie immer geringer – international können sie sogar billiger als die für die Elektroenergie sein, die aus fossilen Ressourcen produziert wird“, sagte der Experte Wladimir Potaschnikow. „Die Anwendung von erneuerbaren Energiequellen sollte zur Senkung des Verbrauchs fossiler Stoffe führen. Veraltete Industriekapazitäten sollten durch effizientere Kapazitäten ersetzt oder modernisiert werden – das sollte auch zu einer Senkung des ‚Energieinhalts‘ des Bruttoinlandsprodukts führen.“

    „Bei der Stabilisierung der Emissionen geht es nicht darum, dass sie sinken werden. Voraussichtlich werden sie noch bis 2030 auf demselben Niveau bleiben. Damit bleibt die Einschätzung der weltweiten Dynamik als Weg in Kraft, bei dem der Temperaturanstieg bis 2100 bis zu drei Grad im Vergleich zu den Jahren 1850 bis 1900 betragen wird – und nicht weniger als zwei Grad, was das langfristige Ziel des Pariser Abkommens ist“, schlussfolgerte der Forscher.

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    Tags:
    CO2-Emissionen, Klimawandel, World Wildlife Fund (WWF), USA, Russland, China