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12:21 17 Juli 2019
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    Hilflosigkeit eingestanden? Naftogaz wirft Moskau Vorbereitung eines „Gaskrieges" vor

    © AFP 2019 / Sergey Bobok
    Wirtschaft
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    Der Geschäftsführer des ukrainisch-staatlichen Energieversorgers „Naftogaz", Juri Witrenko, hat in einem Interview mit dem YouTube-Kanal „skrypin.ua“ mitgeteilt, dass sein Unternehmen keine technische Lösung zur Sicherstellung des Gasverkehrs nach der Einstellung des russischen Gas-Transits hat.

    „Ich gebe es ehrlich zu: Es gibt noch keine technischen Modelle für die Arbeit des Gasverkehrssystems. Es gibt nur eine vorläufige Entscheidung, dass wir nach den trilateralen Verhandlungen im Mai, mit der Entwicklung anfangen sollen. Aber das ist zu spät. Solch Modellentwürfe sollte man früher machen. Aber ehrlich gesagt, gibt es bei uns solche Systeme nicht“, sagte Witrenko.

    Er verwies darauf, dass derzeit das Volumen des Gastransits durch die Ukraine wachse. Dies hänge mit der Einspeisung russischen Gases in die Gasspeicher Europa zusammen. Ihm zufolge will Moskau damit den Bedarf europäischer Kunden nach der Transit-Einstellung mittels des reservierten Gases zu begleichen. „(…) Dies kann höchstwahrscheinlich bedeuten, dass sie (Russland – Anm. d. Red.) sich auf die Transit-Einstellung vorbereiten und mehr Gas in den europäischen Speichern haben wollen“, sagte er wörtlich. Allen Anzeichnen nach bereite sich Russland auf einen neuen Gaskrieg vor.

    >>>Mehr zum Thema: Kiew fürchtet Stopp von russischem Gastransit – Experte gibt beruhigende Erläuterung<<<

    Darüber hinaus sagte er, dass in der Ukraine das Programm zur Vergrößerung der eigenen Gasförderung gescheitert sei, und gestand, dass das Förderungsvolumen weiter falle.

    Verhandlungen über Transit

    Im Januar 2019 hatten in Brüssel trilaterale Gas-Verhandlungen (Russland-Ukraine-Europäische Kommission) stattgefunden. Im Mittelpunkt stand die Perspektive des ukrainischen Gastransits nach Ablauf des derzeitigen Abkommens am 31. Dezember 2019.

    Der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Maroš Šefčović, wies darauf hin, dass der neue Vertrag „den EU-Standards entsprechen und langfristig sein muss – mehr als zehn Jahre“.

    Die russischen Behörden betonten mehrfach, dass der Gastransit durch die Ukraine fortgesetzt werde, sollte dies wirtschaftlich profitabel sein. Russlands Premierminister Dmitri Medwedew nannte allerdings die Bedingungen für die Beibehaltung der Route: Regelung der Beziehungen zwischen den interessierten Unternehmen, gewinnbringende Wirtschaftsparameter des Deals und eine stabile politische Lage.

    Laut dem russischen Energieminister Alexander Nowak ist der Gastransit durch die Ukraine zurzeit jedoch viel teurer als auf anderen Routen.

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    Tags:
    Europa, Transit, Naftogaz, Russland, Ukraine